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Nelson Mandela, der Präsident des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), geht am 27.04.1994 bei den ersten demokratischen Wahlen in Süddafrika in l in Inanda nördlich der Hafenstadt Durban zur Wahl. Mit 72 Jahren durfte Mandela zum ersten Mal in seinem L Nelson Mandela, der Präsident des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), geht am 27.04.1994 bei den ersten demokratischen Wahlen in Süddafrika in Inanda nördlich von Durban zur Wahl. Mit 72 Jahren durfte er zum ersten Mal in seinem Leben wählen.

Nelson Mandela

„Es war ein Wunder“

Vor 25 Jahren, am 9. Mai 1994 wurde Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt, erinnert sich an das historische Ereignis und die Rolle der Kirchen für die Beendigung der Apartheidspolitik.

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph Oberkirchenrätin Barbara Rudolph

Frau Rudolph, die rheinische Kirche hat sich in den 1970er- und 1980er-Jahren gegen die südafrikanische Apartheidspolitik engagiert. Was bedeutete für Sie die Wahl Nelson Mandelas zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes am 9. Mai 1994?

Die Wahl Nelson Mandelas war mehr, als ich je erhofft hatte. Noch immer besitze ich einen Button aus dem Jahr 1979 mit der Aufschrift „Freiheit für Mandela“. Bei den verhärteten Gegensätzen in Südafrika war der friedliche Wandel und die freie Wahl von Nelson Mandela zum Präsidenten Südafrikas wie ein Wunder – es war ein Wunder!

Wie beurteilen Sie Mandelas Verdienste?

Nelson Mandela hat der jungen südafrikanischen Demokratie eine Vision gegeben: die Regenbogen-Nation. Er war für Menschen aller Hautfarben ein Vorbild. Unvergessen, wie er 1995 die südafrikanische Rugby-Mannschaft, traditionell eine weiße Sportart, unterstützte. Als das Team die Weltmeisterschaft gewann, überreichte er den Pokal im Trikot der Nationalmannschaft und die ganze, wirklich die ganze, Nation feierte!

Viele haben ihn getragen: Den Button „Freiheit für Mandela“. Viele haben ihn getragen: Den Button „Freiheit für Mandela“.

Welche Rolle hatten die Kirchen in Südafrika und auch in Deutschland für die Beendigung der Apartheidspolitik?

Die Kirchenräte in Südafrika und Namibia waren zwei der wichtigsten Organisationen im Kampf gegen die Apartheid. Man denke nur an den Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu! Die Kirchen stellten die Verbindung zu den Befreiungsbewegungen im Land, zur internationalen ökumenischen Bewegung und zu den Partnerkirchen in aller Welt her. So entstand in Deutschland die Bewegung „Kauft keine Früchte der Apartheid“ und beim Ökumenischen Rat der Kirchen der „Sonderfonds zur Bekämpfung des Rassismus“. Viele Gemeindeglieder haben erlebt, dass sie sich an der Überwindung des Rassismus aktiv beteiligen können.

Über den Sonderfonds des Antirassismusprogramms wurde in der rheinischen Kirche seinerzeit heftig gestritten. Was bleibt an Erkenntnissen für heute?

Die Auseinandersetzungen um den Sonderfonds im Rheinland haben mein Verständnis der evangelischen Kirche geprägt: Die Suche nach dem richtigen Weg, wenn es sein muss, auch im Streit und im Widerstand zu Entscheidungen der Kirchenleitung, hat meinen Weg in die Kirchenleitung beeinflusst. Darum habe ich mich für ein Symposion eingesetzt, das diese Auseinandersetzung aus heutiger Perspektive würdigt. Es findet von 13. bis 14. September 2019 in Bensberg statt.

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ekir.de / Wolfgang Beiderwieden, Fotos: epd-Bild, Uwe Schinkel, Marcel Kuß / 08.05.2019



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