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Die Evangelische Bühnengilde Koblenz – hier ein Foto einer Aufführung – prägte das Gemeindeleben während der Weimarer Republik maßgeblich. Eine Online-Ausstellung des Archivs skizziert ihr Schaffen.  Foto: Archiv der evangelischen Kirche im Rheinland, Sig Die Evangelische Bühnengilde Koblenz – hier ein Foto einer Aufführung – prägte das Gemeindeleben während der Weimarer Republik maßgeblich. Eine Online-Ausstellung des Archivs skizziert ihr Schaffen.

Online-Ausstellung

Historische Bilder der Evangelischen Bühnengilde Koblenz

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland hat die Zeit der Corona-Beschränkungen für eine Online-Ausstellung zur Evangelischen Bühnengilde Koblenz genutzt. Mittels historischer Bilder und Dokumente wird die Geschichte und das Repertoire der Laienschauspielgruppe skizziert, die zwischen 1922 und 1935 bestand.

Angeleitet von Regisseur Walter Hoerder (1904-1999) prägte die Evangelische Bühnengilde das kulturelle Leben der Kirchengemeinde Koblenz während der Weimarer Republik. Mit der Machtübernahme des NS-Regimes musste die Laienschauspielgruppe ihre Arbeit jedoch einstellen. Dies wird in der Ausstellung genauso thematisiert wie von der Gruppe präsentierte Theaterstücke. Die Schau beinhaltet unter anderem Bühnenbilder aus dem vielfältigen Nachlass von Hoerder.

Eine besondere Ausstellung für das Archiv

Es handelt sich zwar nicht um die erste Online-Ausstellung des Archivs der rheinischen Kirche, dennoch ist die Schau etwas Besonderes. Schließlich wurde erstmals das neue Ausstellungstool DDB Studio der Deutschen Digitalen Bibliothek genutzt, das registrierten Institutionen kostenfrei zur Verfügung steht.

„Damit kann mit einfachen Mitteln und sehr intuitiv eine digitale Präsentation gestaltet werden“, berichtet Kuratorin Maike Schwaffertz. Die Archivarin trat ihren Dienst im Archiv der rheinischen Kirche am 1. April dieses Jahres und damit während der Phase des totalen Lockdowns an. „Umso mehr freue ich mich über diese schöne Möglichkeit, die Bestände der Kultureinrichtungen einem breiten Publikum präsentieren zu können.“

Begleitendes Interview mit Historikerin

Begleitend zur Ausstellung hat Schwaffertz ein Interview mit der Journalistin und Historikerin Bettina Förster geführt. Förster promoviert derzeit an der Universität zu Köln über die Entwicklung des evangelischen Laienspiels von der Weimarer Republik bis 1959. Im Zuge dessen untersuchte sie im Archiv Boppard den Nachlass von Hoerder, der viele Jahre Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz war. Im Interview beantwortet sie Fragen zur Motivation und Tätigkeit der Gilde, aber auch zu Hoerders Begeisterung für den Nationalsozialismus.

Wie nahe stand Hoerder dem Nationalsozialismus?

„Wie nahe Hoerder dem Nationalsozialismus stand, wurde bislang noch nicht genau aufgearbeitet“, berichtet Schwaffertz. Sie selbst habe aus dem Homeoffice bisher auch noch nicht die Möglichkeit gehabt, intensiver nachzuforschen. „Ich erhoffe mir aber, dass sich durch die Ausstellung sowie die Doktorarbeit von Frau Förster weitere Interessenten finden, die der Sache nachgehen möchten.“

Schließlich sei der Archivbestand groß. Der Nachlass umfasse etwa Briefe und Fotos von Hoerder sowie Zeitungsartikel, Bücher und Objekte aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. „Es lohnt sich also sicher, genauer hinzuschauen, wie der Mann getickt hat.“ Interessant sei aber auch, was aus den anderen Gildemitgliedern wurde. Denn eines kann laut Schwaffertz gesagt werden: „Hoerder und seine lebhafte Truppe haben sich sehr für die Gemeinde engagiert.“

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ekir.de / Andreas Attinger, Foto: Foto: Archiv der evangelischen Kirche im Rheinland, Sig.: AEKR Boppard 7 NL 133B (Nachlass Walter Hoerder), 16 / 02.06.2020



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