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Erklärung der Kirche zum Start des Klimapilgerwegs am Sonntag in Bonn

Präses Rekowski: „Der Einstieg in den Ausstieg muss doch gehen“

Pressemitteilung Nr. 125/2018

Bonn/Düsseldorf. Am Sonntag, 9. September 2018, sendet die Evangelische Kirche im Rheinland Klimapilgerinnen und Klimapilger unter dem Motto „Geht doch!“ auf den 3. Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit nach Katowice, dem Austragungsort der diesjährigen Welt-Klimakonferenz. (vgl. Pressemitteilung Nr. 122/2018 vom 3. September).

Zum Start des Pilgerwegs, der um 12 Uhr an der Lukaskirche, Kaiser-Karl-Ring 25a, 53111 Bonn, beginnt, erklärt Präses Manfred Rekowski im Namen der Evangelischen Kirche im Rheinland:

„Er muss doch gehen, der Ausstieg aus dem Verheizen fossiler Brennstoffe! Der Ausstieg muss doch gehen, denn unser Weltklima ist massiv bedroht.

Für die Evangelische Kirche im Rheinland ist das Thema nicht weit weg, sondern es spielt vor der Haustür – im Nordwesten des Kirchengebiets in den riesigen Abbaulöchern des rheinischen Braunkohlereviers. Wenn das RWE als Betreiber des Tagebaus und die nordrhein-westfälische Landesregierung jetzt nicht gemeinsam handeln, nicht umgehend in den Ausstieg einsteigen und auch auf die Rodung des Hambacher Forstes nicht verzichten, wird Deutschland das nationale wie auch das EU-Klimaschutzziel für 2020 weit verfehlen. Deutschland ist schon lange nicht mehr Vorreiter in Sachen Klima.

Auch deshalb machen sich jetzt Menschen verschiedener Konfessionen auf den Weg. Unter dem Motto ,Geht doch!‘ laufen sie den 3. Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit von Bonn nach Katowice in Polen. Die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt den Weg der Klimapilgernden entlang an ,Schmerzpunkten‘ des Braunkohletagebaus in Deutschland. Auch ,Kraftorte‘ wie der Hambacher Forst liegen auf dem Weg.

Die rheinischen Gemeinden und Kirchenkreise in der Region begleiten die Herausforderung Braunkohleabbau seit vielen Jahren kritisch. Im Namen der Kirche habe ich mich im Herbst vergangenen Jahres mit einem Brief an RWE Power dafür eingesetzt, den Wald nicht zu roden. RWE kündigte nun an, die Rodungsarbeiten im Oktober 2018 fortzusetzen. Die Klimapilgerinnen und -pilger aber fordern eine Atempause. Die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützt sie in dieser Forderung und würde ein solches Moratorium als deutliches Signal für einen politischen Willen zu einem notwendigen Einstieg in den Ausstieg aus der Braunkohle begrüßen. Sie stützt sich dabei auf die Erwartung ihrer Gemeindemitglieder im Revier, den notwendigen Strukturwandel nicht weiter hinauszuzögern, sondern zügig umzusetzen. Sie sieht sich in ihrer Weltverantwortung herausgefordert, wenn ihr Hilfswerk Brot für die Welt darauf hinweist, dass jährlich Millionen von Menschen weltweit ihre Heimat aufgrund extremer Klimaverhältnisse verlassen müssen. Sie ist Mitglied in der Klimaallianz, dem breiten Bündnis für Klimaschutz in Deutschland, und sie unterstützt den ökumenischen Prozess ,Umkehr zum Leben‘ mit seiner Suche nach Wegen zu einer Kultur der Nachhaltigkeit.

Diese umweltpolitische Haltung der Evangelischen Kirche im Rheinland ist biblisch-theologisch begründet. Danach ist Gott, Schöpferkraft, die erlöst und bewahrt, ,unablässig am Werk, um sich für das Leben einzusetzen und zu schützen‘ . Daraus ergibt sich eine transformative Spiritualität von Christinnen und Christen auf ihrem Weg des Lebens. Zu ihr gehört der ,Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens‘ mit ,Schmerzpunkten‘ und ,Kraftorten‘ im übertragenen wie wörtlichen Sinne. So ist es 2013 im Ökumenischen Rat der Kirchen formuliert worden, dessen 70-jähriges Jubiläum die rheinische Kirche am 8. und 9. September in Bonn begeht. Innerhalb des Festgottesdienstes mit der Lukaskirchengemeinde werden die Klimapilgernden am 9. September ausgesendet. Die Evangelische Kirche im Rheinland fühlt sich der ökumenischen Gemeinschaft von Kirchen verbunden, hört und beantwortet ihren Aufruf, sich dem Pilgerweg anzuschließen.

Die Klimapilgernden starten in Bonn, denn hier hat 2017 die Weltklimakonferenz COP 23 mit den Gastgebenden aus Fidji stattgefunden. Sie wandern in sieben Hauptetappen über Düsseldorf, Hannover, Dresden und Cottbus nach Berlin und weiter. Nach 80 Tagestouren und zwölf Workshop-Tagen beenden sie ihren Weg am 9. Dezember im polnischen Katowice mit der Übergabe ihrer Forderungen an die Leiterin des UN-Klimasekretariats Christiana Figueres. In Katowice werden ab dem 3. Dezember die Spielregeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt.

Auf der Erde darf nicht um mehr als 1,5 Grad Celsius wärmer werden. Das muss gehen, fordern die Klimapilgerinnen und -pilger. Sie wollen, dass die Vertragsstaaten den Pariser Vertrag mit einem verbindlichen Regelwerk umsetzen. Klimabedingte Umweltschäden sowie klimabedingte Konflikte und Flucht weltweit erfordern ein entschiedenes Handeln für menschengerechte Lösungen. Dazu gehören ein ,Sofortprogramm Klimaschutz‘, ein sozialverträglicher Strukturwandel sowie eine klimafreundliche und ökologische Verkehrswende. Das muss doch gehen! Dafür setzt sich die Evangelische Kirche im Rheinland ein.“

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Bonn/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 06.09.2018



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