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Präses Rekowski zu Gast beim Fastenbrechen in Kölner Moschee

Islamfeindlichkeit unter Christen und Antisemitismus unter Muslimen als Gefahr

Pressemitteilung Nr. 91/2018

Köln. Zu Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen, insbesondere gegenüber religiösen Minderheiten, hat Präses Manfred Rekowski am Abend aufgerufen. „Wenn das Grundgesetz das Recht auf Religionsfreiheit garantiert, dann ist religiöse Vielfalt in unserem Land gewollt. Und für jede Religion und für jede Weltanschauung, die in unserem Land gelebt wird, gilt deshalb uneingeschränkt: Sie gehört zu unserem Land! Wer etwas anderes sagt, muss erklären, wie er‘s mit der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit eigentlich hält“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland in Köln, wo er am Iftar-Empfang zum Fastenbrechen einer IGMG-Moscheegemeinde teilnahm.

Es beschäftige seine Kirche sehr, wie weltweit und wie hierzulande mit religiösen Minderheiten umgegangen werde. „Es ist erschreckend und menschenverachtend, wie die muslimische Minderheit in Myanmar verfolgt wird. Und es ist ein Verbrechen, wenn in Indonesien christliche Kirchen angezündet und Menschen, die dort zu einer religiösen Minderheit gehören, umgebracht werden“, so Rekowski. In Deutschland gelte im Blick auf religiöse Minderheiten auch: „Wehret den Anfängen! Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Moscheevereine, zunehmende antisemitische Gewalt wie jüngst der Angriff auf einen Kippa tragenden Mann in Berlin – hier sind wir alle miteinander gefordert, zusammenzuhalten und gemeinsam allen Diskriminierungen zu widerstehen.“ Das bedeutete aber auch, in den eigenen Reihen Vorurteile gegenüber anderen abzubauen, unterstrich der Präses: „Wir wissen: Populistisches Denken und Islamfeindlichkeit reichen weit in unsere Kirchen hinein. Ebenso reicht der Antisemitismus weit in muslimische Gemeinden hinein und ist nach wie vor auch in unseren Kirchen vorhanden. Deshalb ist Ihre Solidaritätsaktion nach dem Angriff in Berlin wichtig und es ist gut, wenn Sie weiterhin mit Ihren Gemeinden an dieser Thematik Antisemitismus arbeiten und dies in aller Transparenz tun. Das braucht unser Land.“

Weggemeinschaften von Muslimen und Christen

In unserer säkularen und demokratischen Gesellschaft stünden Christen und Christinnen und Muslime und Musliminnen in der Verantwortung für eine positive Gestaltung des Gemeinwesens, machte der Theologe deutlich. Hierzu gehöre der Einsatz gegen alle Formen von Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, religiösem Extremismus und Fundamentalismus.

„Ich wünsche mir, dass wir dabei weitere Kooperationen und Weggemeinschaften zwischen Muslimen und Christen entwickeln“, sagte Präses Rekowski: „Und dazu gehört, dass wir im Dialog nicht nur Gemeinsamkeiten und Differenzen im Glauben miteinander austauschen und gemeinsam Gesellschaft gestalten, sondern auch Belastendes, Irritationen zur Sprache bringen.“ Die Frage nach der Bindung der türkisch-sprachigen Islamverbände in Deutschland an die türkische Regierung bewege insbesondere nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 viele Menschen hierzulande: „Für alle in Deutschland lebenden Menschen gilt: Zu den Grundlagen der Religionsfreiheit gehört, dass unser Staat nicht in die Belange der Religionsgemeinschaften eingreift, aber bitte auch kein anderer Staat! Aber solche Diskussionen über Dinge, die uns irritieren, sollten wir offen und sachlich führen.“

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Köln / EKiR-Pressestelle / 30.05.2018



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