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Davidsstern im zeltförmigen Glaskuppeldach der Bergischen Synagoge in Wuppertal: Die benachbarte Barmer Synagoge ist 1938 niedergebrannt worden. Foto: epd-bild / Friedrich Stark Davidsstern im zeltförmigen Glaskuppeldach der Bergischen Synagoge in Wuppertal: Die benachbarte Barmer Synagoge ist 1938 niedergebrannt worden. Foto: epd-bild / Friedrich Stark

Novemberpogrome vor 80 Jahren

Gegen Antisemitismus eintreten

Entschieden gegen Judenfeindschaft und Fremdenhass eintreten - dazu ruft Präses Manfred Rekowski anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht auf. In zahlreichen Veranstaltungen wird der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gedacht, in der Nationalsozialisten Synagogen und jüdische Gemeindehäuser niederbrannten.

Eine Gedenkstunde im Aachener Rathaus. Eine Stolpersteinverlegung in Alsdorf. Eine Filmnacht in Andernach - sie gehören zu den Veranstaltungen anlässlich des 80. Jahrestages der Novemberpogrome, bei denen Jüdinnen und Juden gedemütigt, verhaftet oder ermordet wurden. Auch christliche Gemeindemitglieder hatten sich an den Verbrechen beteiligt oder sie hingenommen, nur wenige widerstanden, klagt Präses Rekowski.

Das Gedenken im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland umfasst ökumenische Gottesdienste, darunter in Essen, Neuwied, Wetzlar und Mönchengladbach, Lesungen und Konzerte, zum Beispiel in Köln, Dinslaken, Stolberg und Wuppertal, sowie Ausstellungen, etwa in Aachen, Alsdorf und Wermelskirchen. In Saarbrücken führt ein Weg des Gedenkens in fünf Stationen durch die Innenstadt bis zur Synagoge. In der Gemarker Kirche Wuppertal startet die rheinische Kirche am 8. November das #widerstandsgebet. Im Düsseldorfer Landtag wird in einer zentralen Gedenkfeier an die Gräuel der Pogromnacht gedacht.

Studie: Zahl der Toten lange zu niedrig angegeben

Bei den vom NS-Regime angestifteten Novemberpogromen 1938 sind deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang angenommen. Allein auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens starben während oder als Folge der Ausschreitungen gegen Jüdinnen und Juden 127 Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt der Mahn- und Gedenkstätte der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf.

Damit werde deutlich, dass die in der Forschung über Jahrzehnte veröffentlichte Zahl von 91 Toten im gesamten damaligen Gebiet des Deutschen Reiches viel zu niedrig sei, sagte der Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, Bastian Fleermann. Diese Zahl stamme von den NS-Behörden selbst und sei im Nachkriegsdeutschland übernommen worden. Nordrhein-Westfalen ist nun das erste Bundesland, das auf Basis einer wissenschaftlichen Studie die tatsächliche Opferzahl ermittelt hat.

Deutschlandweit zerstörten die Nazis während der Novemberpogrome mehr als 1.400 Synagogen und jüdische Gebetssäle. 30.000 Menschen wurden verhaftet, brutal misshandelt. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Jüdinnen uind Juden seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 hin zu systematischen Verfolgung Ermordung.

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ekir.de / neu, epd / 08.11.2018



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