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Else Lasker-Schüler (1869-1945)

Ehrung mit einem ganzjährigen Programm

Zum 150. Geburtstag der Dichterin Else Lasker-Schüler (1869 - 1945) ehrt die Stadt Wuppertal die aus Elberfeld stammende deutsch-jüdische Künstlerin mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm. "Else Lasker-Schüler war die größte Tochter unserer Stadt und das Herz der Avantgarde im frühen 20. Jahrhundert."

Das sagte Kulturdezernent Matthias Nocke bei der Vorstellung des Programms "Meinwärts. 150 Jahre Else Lasker-Schüler", für das die Stadt Wuppertal mit zahlreichen Akteuren kooperiert. "Meinwärts" - der Titel stammt aus dem Gedicht "Weltflucht" von Lasker-Schüler. Das Programm versteht sich als Hommage an die herausragende Künstlerin in ihrer historischen und ihrer gegenwärtigen Bedeutung.

Offizieller Auftakt ist am 11. Februar, dem Geburtstag Lasker-Schülers, der Festabend "Das Herz der Avantgarde" in der Historischen Stadthalle. An diesem Abend gestaltet die ehemalige Pina Bausch-Tänzerin Chrystel Guillebeaud eine Performance als Hommage an die Dichterin. Ensemblemitglieder der Wuppertaler Bühnen rezitieren Texte der Expressionistin.

Für das Jubiläumsjahr verfasste der Wuppertaler Dramatiker Gerold Theobald eine szenische Hommage "Prinz Jussuf von Theben", die ab 27. Juni von Studierenden der Folkwang-Schauspielschule sowohl in Essen auf Zollverein als auch in Wuppertal und Solingen zu sehen sein wird. Der Titel bezieht sich auf eine Figur aus Lasker-Schülers Briefroman "Der Malik", in dem sie den Tod ihres Freundes und Malers Franz Marc im Ersten Weltkrieg verarbeitet.

Präses beim Podium über Antisemitismus

Bereits am 1. März wird die Schweizer Tanzgruppe Tiziana Arnaboldi-Compagnia aus Ascona in deutscher Erstaufführung ihr Werk "Tanz und Mysterium" im Theater am Engelsgarten vorstellen. Es ist eine Hommage an die Ausdruckstänzerin Charlotte Bara (1901 - 1986), die eine Schulfreundin Lasker-Schülers war.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, nimmt an der Podiumsdiskussion am 3. März zum Thema Antisemitismus teil. Mit ihm auf dem Podium werden erwartet: Michae Brumlik, Publizist und ehemaliger Professor für Erziehungswissenschaften, der Schweizer Exilliteratur-Experte Martin Dreyfus, der SPD-Politiker und ehemalige Botschafter in Israel Rudolf Dreßler, die Grünen-Politikerin Sylvia Löhrmann und der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel Samad.

Von der Heydt-Museum präsentiert Zeichnungen

Das Wuppertaler Schauspiel ehrt die Dichterin mit der Aufführung ihres 1941 in Jerusalem geschriebenen letzten Theaterstücks "Ich und Ich". Darin setzt sie sich mit der "Kaperung" der deutschen Kultur durch die Nazis auseinander.

Das Von der Heydt-Museum würdigt Lasker-Schüler ab 6. Oktober mit der Ausstellung "Prinz von Theben und die Avantgarde". Es zeigt die Zeichnungen der Künstlerin und präsentiert sie im Kontext der Avantgarde ihrer Zeit mit Werken unter anderem von Franz Marc, Oskar Kokoschka und August Macke, so die Ankündigung. Die Ausstellung will darüber hinaus dem Lebensweg Lasker-Schülers folgen, der sie über Berlin und die Flucht vor den Nazis in die Schweiz bis ins Exil nach Palästina führte, wo sie 1945 in Jerusalem starb.

Neue Briefmarke

Lesungen, ein Literaturfestival, Diskussionen und eine Ringvorlesung an der Wuppertaler Universität sind weitere Veranstaltungen. Was sonst noch passiert: Es wird eine neue Else Lasker-Schüler-Briefmarke vorgestellt.

Die Schirmherrschaft über das Programm hat der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster. "Trotz aller Widrigkeiten hat Else Lasker-Schüler ihren Glauben an Gott und an die Verständigung zwischen Angehörigen verschiedener Religionen nicht verloren", schreibt er in einem Grußwort des Programmhefts.

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ekir.de / epd, neu / 05.02.2019



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