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Einblick in die ruandische Geschichte: die Reisegruppe aus dem Saarland vor dem Palast des früheren Königs von Ruanda in der Stadt Nyanza. Einblick in die ruandische Geschichte: die Reisegruppe aus dem Saarland vor dem Palast des früheren Königs von Ruanda in der Stadt Nyanza.

Kirchenkreis Saar-Ost

Partnerschaftsprojekte in Ruanda besucht

Fünf junge Leute aus dem Kirchenkreis Saar-Ost haben, begleitet von Karin und Rüdiger Burkart, Hilfsprojekte des Kirchenkreises für Waisenkinder und Familien in Ruanda besucht. Die Burkarts engagieren sich seit langem in der Partnerschaftsarbeit.

Auf der dreiwöchigen Reise informierten sie sich über Geschichte, Kultur und sozialpolitische Fragen in dem afrikanischen Partnerland. Der Kirchenkreis Saar-Ost unterhält seit mehr als 20 Jahren eine Partnerschaft mit der ruandischen Diözese Butare der anglikanischen Kirche.

Das vierte deutsch-ruandische Jugendtreffen hatten die Jugendreferentin des Kirchenkreises Saar-Ost, Ulrike Zuda-Tietjen, und Pastor Lambert Kalisa aus Butare organisiert. Die deutsche Delegation beschäftigte sich unter anderem mit der Gleichstellung der Geschlechter und dem Umgang der Ruander mit sozial benachteiligten Gruppen wie Waisen und Menschen mit Behinderung.

„Sehr zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass in dieser patriarchalisch geprägten Gesellschaft die Gleichstellung der Geschlechter verwurzelt ist. So sind Frauen in Parlament im internationalen Vergleich überdurchschnittlich vertreten und das Wahlrecht garantiert ihnen eine gesetzlich festgeschriebene Anzahl von Sitzen“, berichtet Rüdiger Burkart, der im Partnerschaftskomittee des synodalen Arbeitskreises Ökumene und Weltmission aktiv ist.

Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

In Butare besichtigte die Gruppe Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Sie werden vornehmlich von Kirchen und engagierten Privatpersonen betrieben. Die ruandische Regierung habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 Menschen mit Behinderungen in Regelschulen einzugliedern, erzählt Burkart. Daneben investiere sie in Sonderschulen. Ein Projekt, getragen von der anglikanischen Diözese Butare, ermöglicht zwölf Waisen, die beim Genozid 1994 ihre Eltern verloren haben, Ausbildung in Schule, Universität und Beruf.

Weitere Station der Reisegruppe waren die drei Sekundarschulen der Diözese in Butare, Gikonko und Rusatira, die aus dem Schulhilfsprogramm des Kirchenkreises Saar-Ost unterstützt werden. Jugendliche aus bedürftigen Familien können die schulgeldpflichtigen Schulen so kostenlos besuchen. Die Gruppe traf auch die 200 Schülerinnen und Schüler, die von deutschen Sponsoren unterstützt werden.

Absolventen getroffen

Sie verteilte außerdem Hefte und Kugelschreiber an die 1200 Sekundarschülerinnen und -schüler. „Besonders erfreute uns die Begegnung mit zahlreichen jungen Leuten, die Dank dieses Programms in der Lage waren zu studieren und die heute in herausragenden Berufen ihrem Land zur Verfügung stehen“, sagt Burkart.

Ferner besichtigte die Gruppe die Baustelle der Handwerkerschule, die mit Finanzhilfen des Kirchenkreises Saar-Ost gebaut wird. Sie soll 2014 den Unterrichtsbetrieb aufnehmen.

Beim Ziegenkauf für bedürftige Witwen. Beim Ziegenkauf für bedürftige Witwen.

„Ein unbeschreibliches Erlebnis“, so Burkart, war auch der Besuch eines Viehmarkts, wo mehr als 60 Ziegen für bedürftige Witwen gekauft wurden.

Mit der jüngsten Geschichte Ruandas wurden die Saarländer in der Genozid-Gedenkstätte in Murambi konfrontiert. Sie erfuhren dort von den Gräueltaten beim Bürgerkrieg 1994.

Beeindruckt zeigten sich die Jugendlichen auch von den drei- bis vierstündigen Gottesdiensten in der Partnerkirche. „Wir verstanden zwar kein Wort, da nur Kinyarwanda gesprochen wurde,“ erzählt Burkart. „Entschädigt wurden wir aber durch die gekonnt vorgetragenen Gospels der verschiedenen Chöre und die folkloristisch anmutenden Tänze.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 2. August 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Sonntag, 4. August 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / hp, Fotos: Rüdiger Burkart / 02.08.2013



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