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Schlange stehen in Remagen: Kinder und Jugendliche nehmen am Sommerleseclub teil. Schlange stehen in Remagen: Kinder und Jugendliche nehmen am Sommerleseclub teil.

Büchereiarbeit

Buchdurst stillen

„Unser Sommerleseclub ist gut angelaufen“, erzählt Martina Hafner von der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Pfalzdorf. Es geht um eine Premiere: In diesem Jahr ist ihre Bücherei erstmals beim seit gut zehn Jahren erprobten Sommerleseclub dabei.

Reges Treiben mitten in den Sommerferien: Kinder und Jugendliche stehen Schlange vor der Ausleihtheke. Sie lassen ihre Lektüreauswahl für die nächsten Tage eintragen. An anderer Stelle warten sie ungeduldig darauf, den Mitarbeiterinnen der Bücherei über die Bücher, die sie zuletzt gelesen haben, zu berichten und Fragen zu beantworten. Grund des Trubels ist der Sommerleseclub. Das Hauptziel dieser Sommerferienaktion besteht darin, bei jungen Leserinnen und Lesern die Lust am Lesen zu wecken.

Mädchen und Jungen zwischen sechs und 16 Jahren sind damit angesprochen. Diejenigen, die den Lesesommer erfolgreich absolvieren, erhalten beim Abschlussfest ein Zertifikat. Darüber hinaus kann ihre Teilnahme mit einem positiven Vermerk auf dem nächsten Zeugnis honoriert werden. Dazu müssen sie nicht nur mindestens drei Bücher lesen, sondern auch mit eigenen Worten den Inhalt wiedergeben und einer Mitarbeiterin der Bücherei Fragen zum Inhalt beantworten.

Stöbern im Bücherangebot gehört zur Aktion Sommerleseclub. Stöbern im Bücherangebot gehört zur Aktion Sommerleseclub.

2002 startete die erste Bücherei in Nordrhein-Westfalen mit dieser Aktion. Seit dieser Zeit kommen Jahr für Jahr immer mehr Büchereien dazu – in diesem Jahr zum Beispiel erstmals die Pfalzdorfer Bücherei. Seit 2008 gibt es in NRW für Grundschulkinder den Juniorleseclub. Immer mehr Bundesländer unterstützen diese Aktion, indem sie den Büchereien finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und landesweit Materialien produzieren.

Vermerk im Zeugnis möglich

Darüber hinaus empfehlen sie den Schulen die Aktion zu fördern, indem sie die Schülerinnen und Schüler ihrer Klassen zur Teilnahme ermuntern und den erfolgreichen Abschluss im Zeugnis vermerken. Rheinland-Pfalz hat seit 2008 den Lesesommer, Hessen seit 2011 etwas Vergleichbares. Der Name ist stärker: Aktion "Buchdurst“.

Die beteiligten Büchereien müssen für die Sommerleseclubs logischerweise dann auch trotz Sommerferien möglichst an mehreren Tagen in der Woche geöffnet sein, erläutert Helga Schwarze von der Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland. Das ehrenamtliche Team muss sich also gut abstimmen, Familienurlaub sorgfältig planen.

„Kultureller Nahversorger“

„Die Evangelische öffentliche Bücherei ist ein so wichtiges Angebot zur Erfüllung unseres Bildungsauftrags und als kultureller Nahversorger, gerade für Kinder und ältere Menschen unserer Kirche, dass wir als Kirchengemeinde darauf nicht verzichten möchten“, erklärt Pfarrer Frank Picht von der Evangelischen Kirchengemeinde Dormagen. Im jährlichen Sommerleseclub zeige sich besonders deutlich, „mit welchem Engagement und welcher Freude das ehrenamtliche Team unserer Gemeinde dazu beiträgt, vor allem Kindern und Jugendlichen Lust aufs Lesen zu machen und ihnen damit hilft, ihre Lesekompetenz weiterzuentwickeln.“

Die Leiterin Evangelischen Öffentlichen Bücherei der Evangelischen Heiland-Kirchengemeinde Bad Godesberg, Aja Modes-Schreier, formuliert ihre Erfahrung so: „Sommerferien waren früher Saure-Gurken-Zeit in unserer Bücherei, aber diese Zeiten sind vorbei, denn unser Sommerleseclub für Grundschulkinder ist inzwischen bekannt und beliebt.“ Und: „Bücherwürmer mit Futter zu versorgen, das ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, der Sommerleseclub Ausdruck davon.“

Begeisternder Eifer beim Lesen und Erzählen

Andrea Dörr, die Leiterin der Evangelischen Öffentlichen Bücherei in Remagen, die sich zum sechsten Mal beteiligt, sagt es so: „Es immer wieder toll die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen zu erleben, mit welchem Eifer sie lesen und wie viel Spaß sie beim Erzählen der gelesenen Bücher haben.“

Und die Hauptpersonen? Antonia ist 13 Jahre und aus Remagen, findet die Auswahl an Jugendbüchern klasse. „Da weiß ich gar nicht, was ich zuerst lesen soll.“ Über den Ausweis, in den sieben Bücher eingetragen werden können, sagt ein anderes Mädchen aus Remagen, die siebenjährige Emely: „Ich habe schon fast den zweiten Club-Ausweis voll!“ Und Paul, 12 Jahre, gefällt in diesem Jahr am besten, dass es auch Comics und Graphic Novels gibt.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 1. August 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Sonntag, 4. August 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 05.08.2013



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