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Helga Schwarze, Leiterin der Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland stellte das Projekt vor. Helga Schwarze, Leiterin der Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche im Rheinland stellte das Projekt vor.

Integrationsprojekt gestartet

Sprachlichen Einstieg in die Berufswelt erleichtern

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat ein neues Integrationsprojekt für Zuwanderinnen und Zuwanderer gestartet, um ihnen beim sprachlichen Einstieg ins Berufsleben zu helfen.

Es gehe darum, Sprachtreffs aufzubauen, Angebote zu bündeln und Flüchtlinge beim berufsspezifischen Spracherwerb zu unterstützen, sagte die Projektleiterin und Leiterin der rheinischen Büchereifachstelle, Helga Schwarze. Wenn ein Gärtner beispielsweise in den Ruhestand gehe, könne er als Sprachpate sein Fachwissen und sein fachspezifisches Vokabular weitergeben.

Das Projekt "Sprachtreff - für Integration auf dem Land" knüpft laut Schwarze an den Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt "Sprachräume - Büchereien für Integration an". Es läuft bis zum 30. Juni 2020 und verfügt über ein Budget von rund 421.000 Euro. Der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union finanziere es zu 75 Prozent, dazu kämen Mittel der rheinischen Kirche, der zugehörigen Stiftung für Migrationsarbeit sowie des Landes NRW, hieß es weiter.

Ehrenamtliche sollen der Projektleiterin zufolge über Werbekarten mit den Kontaktadressen, die Gemeindebriefe, lokale Medien, aber auch die persönliche Ansprache erreicht werden. Auf dem Gebiet der rheinischen Kirche gebe es nun zum Start in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland jeweils einen Pilotstandort, erklärte Schwarze. Von dort aus solle die Idee Kreise ziehen. Partner im Saarland sind die evangelische Kirchengemeinde St. Wendel und die Diakonie Saar.

Beim Integrationsmarathon befinde sich die Gesellschaft etwa im ersten Viertel, sagte Stefan Gebhardt von der Stabstelle Flüchtlingsarbeit der Diakonie Saar. Der Großteil der Menschen habe Integrationskurse besucht, jetzt gehe es um die sprachliche Integration. Wenn ein Mensch aus Aleppo mit jahrelanger Erfahrung im metalltechnischen Bereich das Wort "Luftstrommassenmengenzähler" höre, brauche es Zeit, das Wort zu verstehen. Die ehrenamtlichen Paten könnten mit ihrer Expertise helfen. "Sie berichten über den Luftstrommassenmengenzähler, aber sie berichten auch wo der eingebaut wird und über ihre Arbeitsstruktur", betonte Gebhardt.

Es handle sich um ein ergänzendes Angebot zu den gesetzlich eingeführten Sprachkursen. Es gehe nicht um die Grammatik, sondern um den konkreten Gebrauch der Sprache, erläuterte Gebhardt. Es gehe um den persönlichen, individuellen Austausch. Gleichzeitig biete die Diakonie auch Unterstützung und Koordination für die Ehrenamtlichen an. 

Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel, Christine Unrath, unterstrich, dass die Ehrenamtlichen das höchste Gut seien. Organisationen müssten die Freiwilligen stützen. Denn viele Ehrenamtliche seien in den vergangenen Jahren schon an ihre Grenzen und teilweise darüber hinaus gegangen. In St. Wendel sind Unrath zufolge zurzeit rund 130 Ehrenamtliche für 400 Geflüchtete tätig.

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epd, Foto: Josef Bonenberger/Projekt Sprachtreff / 16.08.2018



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