Gottesgeschenk

Ratingen und Essen: Taufaktionen im Jahr der Taufe

Im Jahr der Taufe gibt es in vielen Kirchengemeinden Ideen zum Thema Taufe. Ob einen Taufgottesdienst am Fluss oder ein Tauffest mit 48 Kindern, das Rheinland bietet Verschiedenes zum Thema Taufe. 

Die Pfarrerin und die Pfarrer (im Original) mit Täufling Frida Amélie Feuersänger und ihren Eltern beim Taufgottesdienst an der Anger LupeDie Pfarrerin und die Pfarrer (im Original) mit Täufling Frida Amélie Feuersänger und ihren Eltern beim Taufgottesdienst an der Anger

Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann: Zurück zu den Wurzeln – 200 Gläubige beim Taufgottesdienst an der Anger 

200 Homberger und Höseler und auch viele Taufgäste von außerhalb kamen zum Gottesdienst am Pfingstmontag ins Angertal. Bei schönem Wetter nahm die Gemeinde im Naturschutzgebiet zwischen Homberg und Hösel statt auf Kirchenbänken nun auf Klappstühlen und selbst mitgebrachten Decken oder Kissen Platz.

Eingeladen hatten im Jahr der Taufe 2011 der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Kirchengemeinden Homberg und Hösel mit Pfarrer Michael Füsgen und Pfarrerin Eva Zoske (beide Kirchengemeinde Homberg) und Dr. Dieter Jeschke (Kirchengemeinde Hösel) zu einem gemeinsamen Open-Air-Taufgottesdienst. Sechs Täuflinge wurden vom Baby bis zum Zwölfjährigen in der Anger getauft.

„Mit dem Taufgottesdienst an der Anger gehen wir zurück zu den Wurzeln unserer Überlieferung: Jesus wurde im Jordan getauft, die ersten Christen haben in Flüssen getauft“, so Pfarrerin Eva Zoske. Viele Eltern fühlten sich von der Idee angesprochen, die Taufe einmal anders zu erleben.

Mit Gottes Segen aufwachsen

Mit einem Altar und Taufkerzen, mitten im Naturschutzgebiet. „Denn eins wollen alle Eltern für ihre Kinder", weiß Pfarrer Dr. Dieter Jeschke: Segen für das Leben. „Das hat sich seit 2 000 Jahren nicht geändert. Viele junge Eltern spüren besonders in der Gegenwart die Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit des Lebens und möchten deshalb, dass ihr Kind mit Gottes Segen aufwächst.“

Für den zwölfjährigen Täufling Leon war es ein besonderer Tag. Seinen Taufspruch hat er sich selber ausgesucht. Er steht im 2 Kor. 3,17: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Dazu meint Leon: "Freiheit, das finde ich cool." Pfarrerin Eva Zoske: "Von seinen Paten erwartet er ein freundschaftliches, vertrauensvolles Verhältnis. Sie sind für ihn wichtige Ansprechpartner nicht nur in Glaubensfragen."

"Jetzt gehöre ich dazu"

Vor der Taufe in der Anger ist Leon aufgeregt. Mit den bloßen Füßen geht er in das kalte Wasser der Anger und findet es toll, so wie Jesus auch im Fluss getauft zu werden. Er freut sich über die Gemeinschaft und das Gemeinschaftserlebnis der Taufe. "Jetzt gehöre ich dazu."

Elke Feuersänger, Mutter des vierjährigen Taufkindes Frida, ist ebenfalls über das Angebot, Frida in der Anger taufen zu lassen, begeistert. "Ich mag diese Stelle hier an der Anger besonders. Sie ist meine tägliche Laufstrecke. Hier in Gottes Natur, wo die Vögel zwitschern und das Wasser plätschert, fühle ich mich wohl. Wir haben uns innerhalb einer Woche entschlossen, Frida hier taufen zu lassen."

Kirchenkreis Essen: Fast fünfzig Kinder wollen Gottesgeschenk Taufe annehmen

Mit einem Brief hat die Evangelische Kirchengemeinde Altstadt alle noch ungetauften Kinder und ihre Familien zu einem Tauffest eingeladen. Die Resonanz übertrifft alle Erwartungen: 48 Kinder werden am 17. Juli in der Auferstehungskirche das „Gottesgeschenk Taufe“ annehmen; nach dem Gottesdienst lädt die Gemeinde zum gemeinsamen Feiern ein.

„Je größer ein Kind wird, je mehr es vom Leben erfährt, desto mehr sucht es nach einem Ort, an dem es auch über das Elternhaus hinaus Geborgenheit erfahren kann – genau diese Zusage macht Gott uns mit der Taufe. Welch ein Gottesgeschenk!“ Diese Zeilen richtete die Altstadtgemeinde zu Ostern anlässlich des "Jahres der Taufe" an alle Familien mit ungetauften Kindern im Alter bis zu zwölf Jahren, die in der Gemeinde wohnen und mindestens ein evangelisches Elternteil haben.

Taufbecken kommen wieder zu Ehren

Aufgrund der hohen Zahl der Anmeldungen muss die Altstadtgemeinde nun freilich umdisponieren: „Nach einem gemeinsamen Beginn in der Auferstehungskirche werden unsere Pfarrer die Kinder an verschiedenen Stellen gleichzeitig taufen“, erläutert Vikar Frank Peters, der das Tauffest am 17. Juli maßgeblich mit vorbereitet. Positiver Nebeneffekt: Auch die Taufbecken aus jenen drei Gotteshäusern, die die Gemeinde in den letzten Jahren vor allem wegen des anhaltenden Mitgliederschwunds schließen musste, kommen dabei wieder zu Ehren.

Und weil das benachbarte Gemeindezentrum wohl nicht ausreichen wird, um alle Familienangehörigen, Paten und Freunde der Getauften aufzunehmen, sollen für das anschließende gemeinsame Mittagessen und ein großes Kuchenbuffet extra Zelte aufgestellt werden – ein organisatorischer Aufwand, den die Altstadtgemeinde für 48 neue kleine Gemeindeglieder zu gern in Kauf nehme, wie es heißt.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 16. Juni 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 16. Juni 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / dm, sk / 16.06.2011



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