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 Beim Aufbau in der Christuskirche: Superintendent Jürgen Buchholz (1.v.l.), Elisabeth Selter-Chow (2.v.l.) von der Bergischen Diakonie, Presbyter Hans-Georg Berenwinkel (2.v.r.). und Bernd Jürgen Schönfeld (1.v.r.) sowie ehrenamtliche Helfer.

Vesperkirche

Die Kirche mit Leben und Lachen füllen

Alle Welt ist eingeladen, wenn ab 20. Januar in Velbert und ab 10. Februar in Wülfrath die Vesperkirche Niederberg startet, eine Premiere in der rheinischen Kirche. Zwei Wochen lang gehen jeweils um 11.30 Uhr die Kirchentüren auf für ein kostenloses Mittagessen, Beratungsangebote und ein geistliches „Wort zum Tag“.

Die Christuskirche in Velbert wird für 15 Tage zur Vesperkirche. Die Christuskirche in Velbert wird für 15 Tage zur Vesperkirche.

Vesperkirche – das heißt, die Christuskirche in Velbert und die Stadtkirche in Wülfrath werden für jeweils 15 Tage zu Gasträumen. Statt der Kirchenbänke stehen im Kirchraum gedeckte Tische bereit, an denen sich Gäste aus allen Schichten der Gesellschaft niederlassen können – zum Essen, zum Reden, zur Begegnung mit den unterschiedlichsten Mitmenschen. Dazu gibt es Beratung der sozialen Dienste, eine Arztsprechstunde, eine Fußpflege und kulturelle Angebote.

Einladende Kirche sein

„Vielfalt unterm Kirchendach“ lautet das Motto dieses Projekts. Es will zeigen, dass in der Kirche nicht nur Gottesdienst stattfinden kann, sondern auch Leben und Lachen, Kommunikation und Beratung, Begegnung und Kennenlernen. „Wir wollen einladende, gastliche Kirche sein. Und wir wollen auf das hören, was die Menschen, die kommen, zu uns bringen – ihre Fragen, aber auch ihre Anregungen“, sagt Superintendent Jürgen Buchholz. Die Veranstalter rechnen mit 200 Gästen täglich in Velbert und 150 in Wülfrath.

Mittagsmenü, Kaffee und Kuchen

Auch für die kleinen Gäste gibt es Plätze. Auch für die kleinen Gäste gibt es Plätze.

Jeden Tag um 11.30 Uhr öffnen sich die Kirchentüren. Jede und jeder kann hereinkommen, vom Banker bis zum Wohnungslosen, vom Schüler bis zum Senior, vom Einheimischen bis zum Zugewanderten. Ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber begrüßen die Gäste, führen sie zu einem Tisch im Kirchraum. Hier können sie sich schon mal an bereitstehenden Getränken bedienen und mit ihren Tischnachbarn bekanntmachen. Dann servieren die Gastgeber das Mittagsmenü – auch in einer vegetarischen Variante. Kaffee und Kuchen sind ebenfalls im Angebot. Das Essen kostet nichts. Wem es geschmeckt hat, der kann eine Spende in die Sammelbüchse werfen.

Volle Pulle ins Gespräch kommen

Um Punkt 13 Uhr steht das „Wort zum Tage“ auf dem Programm, ein kurzer geistlicher Impuls, jeweils gesprochen von Pfarrerinnen und Pfarrern aber auch von Laien aus dem Kirchenkreis Niederberg. „Es soll auf keinen Fall länger als fünf Minuten dauern. Die Gäste können kurz die Gabel beiseitelegen oder auch weiteressen“, sagt Pfarrer Frank Wessel, der im Organisationsteam mitarbeitet. Dann soll wieder geplaudert werden, denn Ziel der Vesperkirche ist „dass die Menschen volle Pulle miteinander ins Gespräch kommen“. Um 15 Uhr schließt die Vesperkirche wieder – bis zum nächsten Vormittag.

Mit der Vesperkirche setzt der Kirchenkreis Niederberg den Grundgedanken seines Leitbildes um: Gemeinschaft aller Kirchengemeinden und der Menschen, die dort leben, zu sein. Bei einem großen Kirchenkreisfest im Reformationsjubiläumsjahr 2017, erzählt Wessel, habe man diese Gemeinschaft erlebt und schätzen gelernt. Die Kreissynode beschloss daraufhin, regelmäßig ein ähnliches Projekt in Angriff zu nehmen. „Und schon waren wir bei der Vesperkirche“, sagt er.

Über 400 Ehrenamtliche helfen

Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen. Mit im Boot ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Niederberg. Über 400 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, längst nicht nur aus den elf Kirchengemeinden, sind mittlerweile gefunden. Mit Werbeaktionen, Plakaten, Flyern und Informationsveranstaltungen, über die in den örtlichen Medien berichtet wurde, ließen sich die Freiwilligen für die Vesperkirche begeistern. Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft spendeten Geld und Arbeitsleistungen.

Denn für das Projekt sollen nach dem Willen der Kreissynode keine Kirchensteuern ausgegeben werden. Unterstützung kommt auch von den Bürgermeistern der beiden Städte, die gemeinsam mit Präses Manfred Rekowski die Schirmherrschaft übernommen haben.

Jetzt, so Pfarrer Wessel, sei man „aufs Höchste gespannt“, ob das Angebot funktioniert; „ob wir genug Vorbereitung haben, ob wir genug Helfende haben und ob genug Gäste kommen.“ Doch er ist zuversichtlich: „Wir machen ja kein Angebot, an dem man passiv teilnimmt, sondern ein Angebot, an dem man sich aktiv beteiligt. Das ist der entscheidende Punkt.“

Die Vesperkirche Niederberg wird am Sonntag, 20. Januar, um 10 Uhr in der Christuskirche Velbert, Oststraße 59, mit einem Gottesdienst eröffnet. Er steht unter dem Leitwort „Gott lädt ein zu seinem großen Mahl“. Den Gottesdienst gestalten Pfarrer Martin Schmerkotte und die Lenkungsgruppe für die Vesperkirche.

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ekir.de / Ulrike Klös, Fotos: Gerhard Bartsch / 18.01.2019



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