EU-Binnenmigration

„Wegweiser“ auf Rumänisch und Bulgarisch

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Sie kommen aus Rumänien und Bulgarien, den neuen Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU). Jetzt erscheint bei der Internationalen Initiative Hochfeld in Duisburg ein „Wegweiser“ für sie.

Der Wegweiser erscheint auch in den Muttersprachen der EU-Binnenmigranten, rumänisch und bulgarisch. LupeDer Wegweiser erscheint auch in den Muttersprachen der EU-Binnenmigranten, rumänisch und bulgarisch.

Diese Broschüre hilft ihnen, sich hierzulande besser zurechtzufinden. Den Druck des Wegweisers hat die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) finanziert. Dies sei ein „symbolischer“ Beitrag der Kirche, sagt der Migrationsexperte der rheinischen Kirche, Kirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus. Gefragt seien Integrationsanstrengungen in ganz anderen Dimensionen.

Die Zuwanderung der EU-Neubürgerinnen und -bürger beschäftige die Landeskirche zunehmend, so Nikodemus. Seine Mahnung: „Wir erwarten, dass alle politischen Ebenen das Thema in seiner Wichtigkeit erkennen und angehen.“ Die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien sei in Duisburg besonders hoch, mehr als 6.000 Menschen kamen in den vergangenen Jahren, ein Großteil von ihnen allein in den Stadtteil Hochfeld.

Diese Zuwanderung löse viele Probleme aus. Die einwandernden Menschen, die im Zuge der EU-Freizügigkeit meist mit Kindern nach Duisburg kommen, leben in prekärsten Lebensverhältnissen. Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet, ganz zu schweigen von der schulischen Bildung der Kinder, die Wohnverhältnisse sind katastrophal. Der beschränkte Zugang zum Arbeitsmarkt drängt sie in problematische Tätigkeiten oder sie sind ohne Job.

Zum Beispiel die Krankenversicherung

Nikodemus: „Sie fallen durch alle sozialen Netze, Hilfen für Flüchtlinge beispielsweise greifen ja nicht, da sie keine Flüchtlinge sind. Auch die Teilnahme an Integrationskursen ist für diese Gruppen nicht vorgesehen.“ Der „Wegweiser“, der auch in rumänischer und bulgarischer Übersetzung verbreitet wird und hier zum Download steht, zeigt deshalb ganz lebenspraktische Wege auf. Zum Beispiel, wie in Deutschland der Abschluss einer gesetzlichen Krankenversicherung funktioniert.

Die insgesamt „gewaltige Aufgabe“ der Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten, so Nikodemus, werde bislang noch zu oft von einer politischen Ebene auf die andere geschoben, von den Kommunen an die Länder, die auf den Bund verweisen, der auf die EU verweist, die auf ihre Entscheider zurückverweist – also die Mitgliedsstaaten.

Handlungskonzept entworfen

Die Stadt Duisburg hat nach anfänglichen Schwierigkeiten wichtige Schritte eingeleitet: In Zusammenarbeit mit Akteuren der Zivilgesellschaft - u.a. auch der Diakonie zugehörigen Internationalen Initiative Hochfeld – wurde ein umfassendes Handlungskonzept entworfen, allein es fehlt das Geld für die Umsetzung. Hier sind jetzt andere politische Ebenen wie das Land und der Bund gefordert, so Nikodemus.

„Willkommen in Duisburg“ lautet der Titel des Wegweisers, einer 84 Seiten starken Broschüre. Herausgeberin ist die Integrationsagentur der Internationalen Initiative Hochfeld e.V., ein Stadtteilprojekt, das in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen feiert. Die Informationen und Kontaktadressen, die der Wegweiser enthält, sind u.a. folgenden Themen zugeordnet: Ausländerrechtliche Fragen, Wohnen, Gesundheit, Schule&Kindergarten, Arbeit&Beruf sowie Sprache.

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 31. Januar 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 1. Februar 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 31.01.2013