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Für Jan Janitza ist jedes Leben wichtig: „Daher rette ich es im Ehrenamt und auch mit meinem Organspendeausweis.“ Für Jan Janitza ist jedes Leben wichtig: „Daher rette ich es im Ehrenamt und auch mit meinem Organspendeausweis.“

Beitrag zur Diskussion

Organspende: „Jedes Leben ist wichtig“

Jan Janitza aus Gummersbach ist für die Widerspruchslösung bei der Organspende – und das nicht erst, seit sein einjähriger Sohn mit einer Nierenerkrankung auf die Welt kam. Für den 36-jährigen Orthopädiemechaniker ist Organspende die letzte Konsequenz aus seinen Ehrenämtern bei den Johannitern und der Feuerwehr. Ein Protokoll.

„Ich habe seit meinem 18. Lebensjahr einen Organspendeausweis, damit andere Menschen nach meinem Tod ein besseres Leben führen können, das sie dann im Gegensatz zu mir noch vor sich haben.

Die Organspende ist für mich die letzte Konsequenz aus meinen Ehrenämtern bei der Gummersbacher Feuerwehr und der Johanniter-Rettungshundestaffel: Dort werde ich fürs Leben retten ausgebildet und trainiert, bei Einsätzen sorge ich für die Gesundheit der Menschen. Mit einer Organspende kann ich dann sogar nach meinem Tod bis zu fünf Menschenleben retten.

Seit der Geburt unseres Sohnes sind meine Frau Michaela und ich ganz persönlich betroffen: Joschua kam mit einer Verengung der unteren ableitenden Harnwege auf die Welt, der sogenannten Lower Urinary Tract Obstruction. Sein Urin kann nicht abfließen und schädigt kontinuierlich die Nieren. Er bekommt kaliumarme Kost und muss über kurz oder lang wahrscheinlich an die Dialyse. Natürlich wären wir dann froh, wenn er eine Spenderniere bekäme.

Auf eine Organspende warten derzeit viele Menschen. Oft leiden sie, weil andere zu bequem sind, über eine Spende nachzudenken, obwohl sie vielleicht gar nicht gegen eine Entnahme ihrer Organe nach dem Tod sind. Bei einer Widerspruchslösung würden sie sich dagegen ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen – als Konsequenz daraus gäbe es bestimmt mehr Spenderinnen und Spender.

Entsetzt hat mich und meine Frau, dass uns aufgrund der Erkrankung unseres Sohnes ein Abbruch der Schwangerschaft in der 21. Woche angeboten worden ist. Das kam für uns gar nicht in Frage! Nein, für mich ist jedes Leben wichtig – und daher rette ich es im Ehrenamt und auch mit meinem Organspendeausweis.“

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ekir.de / Protokoll und Foto: Sabine Eisenhauer / 27.06.2019



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