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Arbeitsfelder

Schulseelsorge

Schulseelsorge ist ein reguläres Angebot der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Schulseelsorge – das ist Beratung und Begleitung junger Menschen in der Schule, ist offen auch für die Lehrkräfte. Schulseelsorge wird von besonders fortgebildeten Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulpfarrerinnen und -pfarrern angeboten.

Evangelische Schulseelsorge: Ein Beitrag der Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen zum Schulleben und zur Schulkultur

Die evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen nehmen in vielfältiger Weise Verantwortung im öffentlichen Bildungswesen wahr. Der Gestaltung von Schule als Lebensraum widmet sich durch seelsorglich-helfende, religiös-bildende und liturgisch-spirituelle Angebote in besonderer Weise das Handlungsfeld Schulseelsorge.

Im Zentrum aller Angebote und Bemühungen der Schulseelsorge steht der einzelne Mensch, der in der Schule lernt, arbeitet und lebt oder mit der Schule verbunden ist: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, nicht unterrichtendes Personal, Eltern. Die Angebote der Schulseelsorge stehen allen Menschen, egal welcher Religion oder Weltanschauung, offen.

Evangelische Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger sind Religionslehrkräfte sowie Schulpfarrerinnen und Schulpfarrer, die für diese Aufgabe speziell qualifiziert und beauftragt sind. Sie sind in der Lage, ihre lebensbegleitende Rolle als Schulseelsorgerin bzw. Schulseelsorger von ihrer fachlichen Rolle als Religionslehrkraft professionell zu unterscheiden.

Handlungsfelder der Schulseelsorge

Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger bieten Begleitung, Beratung und Seelsorge an. Hierbei orientieren sie sich am Anliegen der einzelnen Person und gehen professionelle Beziehungen ein. Sie sind Teil des schulischen, multiprofessionellen Beratungsteams (Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter u.a.) und kooperieren mit den Einrichtungen im Umfeld der Schule (Beratungs- und Jugendbildungseinrichtungen, schulpsychologischer Dienst u.a.).

Sie bieten Aktivitäten für Klassen und Gruppen an, z. B. Besinnungstage und Tage religiöser Orientierung mit Themen wie Identitätsfindung, Lebensplanung, Konfliktbewältigung und Partnerschaft.

Sie verstehen sich als Teil des sozialen Systems Schule, indem sie Schulgottesdienste und Schulfeiern gestalten und ggf. in Todes- und Trauerfällen mit seelsorglichen, liturgischen und rituellen Angeboten für die Schulgemeinschaft sorgen.

Qualifizierung zur Schulseelsorgerin / zum Schulseelsorger

Evangelische Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger wurden in ihrer Ausbildung zu Pfarrerinnen und Pfarrern sowie zu Religionslehrerinnen und Religionslehrern bereits in Kompetenzen gefördert, die eine seelsorgliche Tätigkeit im schulischen Bereich anbahnen. An diese Kompetenzen und Fähigkeiten knüpft die Qualifizierung zur Schulseelsorge an. Die Qualifizierungsmaßnahme wird in Federführung der landeskirchlichen Einrichtungen für Lehrerfortbildung und in Verantwortung der landeskirchlichen Abteilungen für schulische Bildung und Seelsorge durchgeführt.

Für die Teilnahme ist das Einverständnis der Schulleitung erforderlich. Die Inhalte der Qualifizierung orientieren sich an den im Orientierungsrahmen für Schulseelsorge in der Ev. Kirche in Deutschland festgelegten Qualitätsstandards und Kompetenzbereichen: Persönliche Seelsorgekompetenz / Theologische, liturgische und spirituelle Kompetenz / Fallbezogene Feld- und Handlungskompetenz / Systembezogene Feld- und Handlungskompetenz  / Kompetenz in rechtlichen Fragen. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein entsprechendes Zertifikat. Die Qualifizierungskurse werden über die Haushalte der Landeskirchen finanziert. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer zahlen  einen Eigenanteil.

Beauftragung zur Schulseelsorge

Religionslehrkräfte, die die Qualifizierung Schulseelsorge mit einem Zertifikat abgeschlossen haben, können von der Evangelischen Kirche zur Schulseelsorge an ihrer konkreten Schule beauftragt werden. Die Beauftragung erfolgt im Benehmen mit der Schulleitung. In den Schulen sollte zur Ausübung der Schulseelsorge ein entsprechendes Stundendeputat vorgesehen werden.

Von der Evangelischen Kirche beauftragte Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger sind für Seelsorgegespräche zur uneingeschränkten Wahrung des Seelsorgegeheimnisses verpflichtet, in Ausübung der Beauftragung unabhängig, im Einzelfall keinen Weisungen unterworfen und an Schrift und Bekenntnis sowie die kirchliche Ordnung gebunden. Sie unterliegen der kirchlichen Aufsicht und stehen unter besonderem Schutz und der besonderen Fürsorge der Kirche.

Begleitung, Fortbildung und Supervision

Evangelische Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger werden durch die religionspädagogischen Institute der Landeskirchen sowie die Schulreferate der Kirchenkreise bzw. die zuständigen Bezirksbeauftragten fachlich begleitet. Sie können Fortbildungen und Supervision in den kirchlichen Stellen wahrnehmen.

Zusammenarbeit Staat und Kirche

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat sich auf Leitlinien für die Evangelische Schulseelsorge verständigt, „die für den kirchlichen und staatlichen Bereich verlässliche Bedingungen beschreiben und Standards festlegen“.

Die Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben zudem eine gemeinsame Schulseelsorgeordnung verfasst, die personelle Voraussetzungen, Qualifizierung und Beauftragung regelt. Mit dieser Schulseelsorgeordnung wenden sich die drei Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen an das Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, um ein inzwischen breit akzeptiertes Angebot der Evangelischen Kirche in Deutschland, verbindlich zu verabreden.

Die drei Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen leisten durch das Angebot der Schulseelsorge einen wertvollen und einzigartigen Beitrag zum Schulleben und zur Schulkultur an öffentlichen Schulen.

Sabine Lindemeyer, PTI Bonn, Fachstelle für Schulseelsorge in der EKiR
Thomas Schlüter, PI Villigst, Fachbereich Schulseelsorge

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ekir.de / 21.03.2019



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