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Rheinische Kirche: Neue Kirchenleitungsmitglieder in Düsseldorf eingeführt

„Liebe und Zuwendung sind Gottes Markenzeichen“

Pressemitteilung Nr. 58/2015

In einem festlichen Gottesdienst hat am heutigen Sonntag Präses Manfred Rekowksi Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn (50) aus Düsseldorf in ihr neues Amt als nebenamtliches theologisches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland eingeführt. Außerdem führte der oberste Repräsentant der rheinischen Kirche Pfarrerin Bettina Roth (50) aus Mülheim/Ruhr als Schwahns erste Stellvertreterin ein.

„Kirchenleitung ist mehr als eine Managementaufgabe und viel mehr als eine administrative Tätigkeit. Die Kirche zu leiten ist eine geistliche Aufgabe. Es geht darum, Gott zu Wort kommen zu lassen, sich von ihm, von den gesellschaftlichen Herausforderungen und von anderen Menschen etwas sagen zu lassen und das Leben der Kirche zu gestalten. Kirchenleitung fördert, ermöglicht und unterstützt die Arbeit in den Kirchenkreisen und Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland“, sagte Präses Rekowski beim Gottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche. Die Einführung eines nebenamtlichen theologischen Mitglieds der Kirchenleitung mache öffentlich deutlich, dass Leitungshandeln in der rheinischen Kirche nicht Solistinnen und Solisten übertragen werde, sondern stets eine Gemeinschaftsaufgabe sei: Haupt- und nebenamtlich in unserer Kirche Mitarbeitende, zum Verkündigungsdienst ordinierte und zum Presbyteramt befähigte Männer und Frauen leiten gemeinsam unsere Kirche, unterstrich Manfred Rekowski.

„Für manche ist dieser Christus am Kreuz einfach nur ein grausamer Anblick“

In ihrer Predigt über Verse aus dem Johannesevangelium (Johannes 3, 14-21) bediente sich das neue Kirchenleitungsmitglied Schwahn des Bildes „Christus am Kreuz“ von Lukas Cranach d. J., das das Altarbild der Kirche St. Peter und Paul in Weimar ist. „Für manche heute ist dieser Christus am Kreuz einfach nur ein grausamer Anblick, und sie schütteln mit dem Kopf: Wie Christen mit einem so grausamen Tod Rettung und Leben und Heil verbinden können. Doch dieser Anblick ist ein Symbol dafür: Liebe und Zuwendung sind Gottes Markenzeichen“, erläuterte die 50-jährige Pfarrerin in ihrer Auslegung. So wie Cranach die Szene darstelle, werde deutlich: Der Gekreuzigte ist das Zeichen der Rettung aus der Angst. Nehme man den Evangelisten Johannes beim Wort, „dann ist der Gott, an den wir glauben, einer, der die Menschen liebt und sie retten möchte vor allem Bösen, vor Tod und Teufel, aus ihrer Angst und ihrem Verlorensein. Er möchte, dass die, die an ihn glauben und ihm vertrauen, seine Liebe in der Welt verbreiten und nicht mit erhobenem Zeigefinger und mit aller Gewalt den Glauben an ihn durchsetzen. Er möchte, dass der Glaube an ihn, das Vertrauen in ihn, Menschen ihre Angst nimmt oder ihnen wenigstens hilft, mit ihr umzugehen und nicht, dass er Angst macht“, so Pfarrerin Schwahn: „Was uns überleben lässt in dieser Welt, was unsere Angst mildert, das kennen wir durch das Leben und Wirken des Menschensohns Jesus. Der Maßstab ist da. Das Kreuz ist aufgerichtet. Unser Glaube ruft niemals auf zu einem Verhalten, das Macht und Herrschaft ausnutzt. Er führt zu Nächstenliebe, Selbstkontrolle und Selbstaufopferung. Er hat zu tun mit Liebe, Vergebung und Mitgefühl.“

Barbara Schwahn, geboren 1965 in Worms am Rhein, ist Skriba des Kirchenkreises Düsseldorf, also zweite Stellvertreterin der Superintendentin. Sie arbeitet als Leiterin der Abteilung Seelsorge in ihrem Kirchenkreis und als Gemeindepfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Eller. In der Kirchenleitung hat sie zuvor seit 2009 als stellvertretendes Mitglied mitgearbeitet. Schwahn studierte Theologie und Germanistik in Tübingen und München.

Bettina Roth ist seit 2006 Pfarrerin in der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde in Mülheim an der Ruhr. Seither arbeitet sie auch in der Notfallseelsorge mit. Von 2001 bis 2008 war sie Delegierte des Kirchenkreises An der Ruhr zur Landessynode.

Die Landessynode, die die beiden Pfarrerinnen im Januar in die Kirchenleitung gewählt hat, ist das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie tritt in der Regel einmal im Jahr zusammen. In den Zeiten, in denen die Landessynode nicht tagt, führt ihr Präsidium unter dem Titel „Kirchenleitung“ die Geschäfte. In der Kirchenleitung, der Präses Manfred Rekowski vorsitzt, ist zurzeit ein Platz unbesetzt. Normalerweise hat die rheinische Kirchenleitung 16 Mitglieder.

Mehr zur Kirchenleitung – inklusive eines Fotos von Dr. Barbara Schwahn – im Internet:

www.ekir.de/www/ueber-uns/kirchenleitung.php

 

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 01.03.2015


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