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Büchel sei ein Ort, an dem man sich auskenne mit gewaltfreiem, fantasievollem Widerstand, sagte Landeskirchenrätin Busch in ihrer Predigt. Büchel sei ein Ort, an dem man sich auskenne mit gewaltfreiem, fantasievollem Widerstand, sagte Landeskirchenrätin Busch in ihrer Predigt.

Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel

Klimapilger mahnen atomwaffenfreie Welt an

Es war eine besondere Station auf dem Klimapilgerweg von Flensburg nach Paris: der Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel. An diesem Ort beklagten die Pilgerinnen und Pilger im Friedensgebet die Existenz von Atomwaffen und die damit verbundene Gefahr der Weltzerstörung. 

„Wir stehen hier an einem Ort des großen Widerspruchs, von dem wir sagen: Er ist ein Stachel im Fleisch, eine Wunde in diesem Land“, meinte Landeskirchenrätin Christine Busch von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Denn unter der freundlichen Grasnarbe lägen die Silos mit den todbringenden Atomwaffen.

Seit 20 Jahren werde hier in der Eifel für den Abzug der Atomwaffen demonstriert, der Bundestag habe den Abzug aller Atomwaffen beschlossen, auch der amerikanische Präsident habe sich gegen diese Waffen ausgesprochen - doch nun würden sie modernisiert. „Das ist der große Widerspruch: das Eine sagen, das Andere tun. Gedanklich und strategisch mit dem Tod spielen“, warnte Busch.

"Darum geht es: dass wir lauter sind!"

Mit Liedern und Gebeten mahnten die Pilger beim Friedensgebet die Abrüstung an und wurden dabei immer wieder übertönt vom ohrenbetäubenden Lärm startender Tornados. „Und genau darum geht es: dass wir lauter sind an diesem Ort der Klage!“, meinte der evangelische Pfarrer Ingo Schrooten aus Polch nachdrücklich.

Die Bergpredigt Jesu weise andere Wege zum Frieden, machte die rheinische Landeskirchenrätin deutlich. Deswegen sei Widerspruch nötig: "Widerspruch ist nötig, wenn man uns erklärt, dass atomare, biologische, chemische und konventionelle Waffen der Friedenssicherung dienen oder eine Machtbalance gewährleisten würden“, so Christine Busch.

Büchel sei ein Ort, an dem man sich auskenne mit gewaltfreiem, fantasievollem Widerstand, sagte die Landeskirchenrätin in ihrer Predigt. Doch so sehr Büchel auch ein Schmerzpunkt sei, so sehr sei hier auch ein Zeichen für die unbeirrbare Hoffnung, betonte die Landeskirchenrätin.

Kirche ist dankbar für alle, die mitpilgern

„Wir stehen hier an einem Schmerzpunkt, weil hier Atomwaffen lagern“, unterstrich auch Manfred Thesing, der Vorsitzende des Katholikenrates des Bistums Trier. Nun solle deren Lebenszeit verlängert werden. „Was für eine perfide Sprache“, kritisierte er. Waffen seien lebenszerstörend. Das Geld für diese Modernisierung würde fehlen für Bildung und beim Kampf gegen den Hunger und die Folgen des Klimawandels, so Thesing.

Christine Busch betonte, dass der gewaltfreie Widerstand große Patinnen und Paten wie Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer und Dorothee Sölle habe. Doch auch Menschen, die weniger berühmt wurden, hätten sich eingesetzt  für Gerechtigkeit und Frieden, wie Rüdiger Lancelle aus Cochem, Elke Koller aus Leienkaul, Jutta und August Dahl aus Bell im Hunsrück oder Pfarrer Matthias Engelke. „Wir sind dankbar für das Zeugnis ihres Glaubens“, so die Landeskirchenrätin. Und die Kirche sei dankbar für alle, die in diesen Wochen ein Zeichen für Gerechtigkeit und Frieden setzen, indem sie zur Klimakonferenz nach Paris pilgern oder ein Stück auf diesem Weg mitgehen.

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ekir.de/Dieter Junker / 06.11.2015



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