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Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Bonner Treffen erarbeiteten Ideen, wie die rheinische Kirche sich zu einer Kirche des gerechten Friedens entwickeln könnte. Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Bonner Treffen erarbeiteten Ideen, wie die rheinische Kirche sich zu einer Kirche des gerechten Friedens entwickeln könnte.

3. Rheinische Friedenskonferenz

Wege zu Frieden und Gerechtigkeit

Die Evangelische Kirche im Rheinland als Kirche des gerechten Friedens. Welche Herausforderungen würden sich daraus ergeben? Wie könnte das konkret aussehen? Darum ging es bei der 3. Rheinischen Friedenskonferenz in Bonn, mit Impulsen aus der United Church of Christ.

„Kirche des gerechten Friedens, das bedeutet ein klares Nein und ein klares Ja. Ein klares Nein zum Tod und ein klares Ja zum Leben“, erklärte Dr. Mark Burrows, Professor an der evangelischen Fachhochschule in Bochum. Als sich seine Kirche, die United Church of Christ (UCC), in den 1980er Jahren zur „Just Peace Church“ einer Kirche des gerechten Friedens erklärte, sei dies in einer politisch schwierigen Zeit geschehen. „Mit diesem Beschluss wollte die UCC deutlich machen, dass sie Gewalt und Krieg ablehnt. Und auch ein klares Zeichen des Protestes gegen die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Europa setzen“, so Burrows.  

Kirche muss die Frage nach Frieden stärker in den Blick nehmen

„Wir leben wieder in schweren Zeiten, in denen die Frage nach Gerechtigkeit kaum noch eine Rolle spielt“, schlug er den Bogen in die heutige Zeit. Darum sei es wichtig, dass die Kirchen die Frage nach Gerechtigkeit und Frieden wieder in den Blick nehme. „Darum hat im vergangenen Jahr die Synode der UCC den Beschluss von 1985 erneuert und Handlungsmöglichkeiten für die Gemeinden definiert“, betonte der Theologe.  

Dabei wurden von der UCC gleich mehrere Optionen für eine Kirche des gerechten Friedens benannt, so unter anderem die gezielte Unterstützung gewaltfreien Handelns, das Eingestehen der eigenen Verantwortung für Konflikte, das Vorantreiben von Demokratie und Menschenrechte, die Ächtung von Angriffswaffen und die Reduzierung des Waffenhandels, die Ermutigung von Basisgruppen und die Stärkung der Vereinten Nationen oder das Engagement für eine nachhaltige Wirtschaft. „Das sind Wege hin zu einer Kirche desgerechten Friedens“, so Burrows, der aber auch deutlich machte: „Das muss in den Gemeinden leben.“  

Die AG Friedensarbeit wird die neuen Ideen aufgreifen

Die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Bonner Treffen erarbeiteten Ideen, wie die rheinische Kirche sich zu einer Kirche des gerechten Friedens entwickeln könnte. Sei es in der Friedensbildung und –erziehung, bei einem Friedenscamp oder in der Konfirmandenarbeit, das Lernen im Umgang mit gewaltfreiem Handeln oder der Stärkung und Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements. Die AG Friedensarbeit, die von der Kirchenleitung im vergangenen Jahr eingesetzt wurde, wird nun die Ideen und Anregungen der Friedenskonferenz aufgreifen und überlegen, wie dies umgesetzt werden kann.  

„Wir haben in unserer Landeskirche schon jetzt viele Arbeitsfelder für Frieden und Gerechtigkeit“, meinte Landeskirchenrätin Christine Busch und verwies auf bestehende Initiativen in den einzelnen Regionen des Gemeindediensts für Mission und Ökumene (GMÖ). Wichtig sei, dass auf den verschiedenen Ebenen was geschehe. „Wenn es uns gelingt, beispielsweise zum Weltfriedenstag, zum Antikriegstag und zur Friedensdekade etwas zu machen, dann sind wir schon viel weiter“, ist sie überzeugt.   Seit 2014 trifft sich jährlich die Rheinische Friedenskonferenz mit Vertretern aus den GMÖ-Regionen sowie Friedensgruppen und Fachdiensten, der Friedensarbeit und der Friedenspädagogik, um Erfahrungen auszutauschen und aktuelle Themen aufgreifen. 

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ekir.de / Dieter Junker / 03.03.2016



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