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Oberster Repräsentant der rheinischen Kirche erstattet der Synode Bericht

Präses Manfred Rekowski: „Wahrnehmbar ,Kirche Gottes und der Welt sein’“

Pressemitteilung Nr. 9/2015

„Wir sind ,Kirche Gottes und der Welt’. Das muss in unseren Verlautbarungen vernehmbar werden, in unseren Predigten hörbar bleiben und in unseren Aktivitäten wahrnehmbar sein.“ Klar hat sich Präses Manfred Rekowski bei seinem diesjährigen Bericht vor der Landessynode positioniert: „Wir werden der Welt mit dem Zeugnis von Jesus Christus und von der Versöhnung mit Gott durch ihn dienen. Das steht auf der uns vorgegebenen Tagesordnung“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland am Vormittag am Beginn seines „Berichtes über die für die Kirche bedeutsamen Ereignisse“, den er den Synodalen bei der Tagung in Bad Neuenahr erstattete.

Intensiv befasste sich der oberste Repräsentant der zweitgrößten EKD-Gliedkirche mit dem, was die Kirche der Welt zu sagen hat. So widmete er sich unter anderem der Frage von Krieg und Frieden: „Es gibt keinen gerechten Krieg, nur einen gerechten Frieden. Und weil das so ist, muss die evangelische Kirche dafür eintreten, dass die Friedensforschung und die Friedensarbeit auf dieser Welt verstärkt werden, dass zivile Konfliktlösungen den Vorrang bekommen und dass Kriegsursachen nachhaltig bekämpft werden. Die christliche Verantwortung beginnt weit vor der bewaffneten Auseinandersetzung, nämlich dort, wo die Konflikte entstehen, und nicht erst dort, wo sie eskalieren.“

Frage nach dem Sterben in Würde

Zur aktuellen Debatte um assistierten Suizid bzw. aktive Sterbehilfe sagte Manfred Rekowski: „Fragwürdig ist es, wenn die Selbstbestimmung des Menschen absolut gesetzt wird. Dies hieße nämlich im Hinblick auf das Ende des Lebens, dass die Vermeidung von Abhängigkeiten das oberste Ziel wäre. Unsere Menschenwürde liegt – theologisch gesprochen – jedoch nicht in der Fähigkeit, unser Leben selbst zu bestimmen, sondern in unserer Gottesebenbildlichkeit.“ Jeder Mensch behalte seine Würde auch im Sterben, „einerlei, ob er als Parkinsonpatient oder als Demenzkranker stirbt. ‚Sterben in Würde’ beginnt nicht erst dann, wenn ein Mensch selbst die Umstände seines Sterbens in die Hand nimmt.“

In besonderer Weise sei die Kirche Jesu Christi in der Welt in der Flüchtlingspolitik und im Umgang mit Flüchtlingen gefordert und herausgefordert. Der Einsatz für schutzbedürftige Menschen gehöre zur Identität des christlichen Glaubens, so der 56-jährige Theologe in seinem Jahresbericht. „In Deutschland benötigen wir einen grundsätzlichen Perspektivenwandel im Umgang mit Flüchtlingen. Schon bei der vergangenen Landessynode 2014 haben wir deutlich gemacht, dass wir, um unserer Verantwortung und unserer wirtschaftlichen Kraft gerecht zu werden, mehr Flüchtlinge aufnehmen sollten. Diese Forderung ist nach wie vor aktuell. Bund, Land und Kommunen waren aber auf den Anstieg der Flüchtlingszahlen schlecht vorbereitet.“

„Religionen sind grundsätzlich ins Gerede gekommen“

„,Religion’ ist in diesem Jahr zu einem gesellschaftlich negativ besetzten Thema, ja für viele sogar zu einer offenkundigen Bedrohung des Friedens und zu einer Gefahr des gesellschaftlichen Zusammenhalts geworden“, machte der rheinische Präses deutlich: „Weil in Verbindung mit der Anwendung von Gewalt und der Ausübung von Terror zum Beispiel durch den ,Islamischen Staat’ in den Begründungszusammenhängen oft auch religiöse Bezüge hergestellt werden, sind Religionen auch vielfach grundsätzlich ins Gerede gekommen.“ In manchen Diskussionsbeiträgen wirke es so, als sei religiöse Abstinenz die Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben in der Welt. „Diese fundamentalen Anfragen von Religion betreffen auch uns Christen. Aufklärung und Sprachfähigkeit in Sachen Glaube und Religion sind nötig.“

Für Partnerschaftsvereinbarungen zwischen Bistümern und Landeskirchen

Er sei dankbar für alle Schritte hin zu einer intensiveren Kirchengemeinschaft, sagte Rekowski. „Ich erfahre aus vielen Gemeinden, wie intensiv die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden unterschiedlicher Konfessionen ist. Davon können wir nur lernen.“ In ökumenischen Gesprächen sei der Vorschlag aufgekommen, bei der Entwidmung von Kirchen und Gemeindehäusern miteinander ins Gespräch zu kommen, damit sich nicht beide Kirchen gleichzeitig und ohne Absprache aus einem Stadtteil zurückziehen. Präses Rekowski sagte: „Ich sehe eine wichtige Aufgabe darin, die Herausforderungen in unserer Kirche als ökumenische Chance wahrzunehmen. Nicht von ungefähr haben viele Gemeinden Partnerschaftsverträge miteinander abgeschlossen, um auch in sich verändernden Strukturen verbindliche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Vielleicht ist es 2017 an der Zeit, dass Landeskirche und Bistümer von den Gemeinden an der Basis lernen und ebenfalls eine verbindliche Partnerschaftsvereinbarung eingehen.“

Mit Blick auf die eigene Kirche sagte Manfred Rekowski: „Es ist eine zentrale reformatorische Einsicht, dass die Kirche sich auch gerade deshalb immer wieder erneuern muss, damit sie ihrer zentralen Aufgabe nachkommen kann: das Evangelium in der Welt zu verkünden. Kirche ist und bleibt nur dann Kirche, wenn sie sich immer wieder verändern lässt.“ Während der laufenden Tagung der Landessynode werde an verschiedenen Stellen darüber gesprochen, „wie Gott zur Welt kommt“. „Gott kommt im Wort zur Welt – im Fleisch gewordenen Wort, im Christus, in Begegnungen mit Menschen. Gott kommt im Wort zur Welt – in der Tradition der Bibel, in den Worten Jesu, im gepredigten Wort und manchmal auch in nicht-religiöser Sprache. Gott kommt im Christus zur Welt – im ,Christus als Gemeinde existierend’ (Dietrich Bonhoeffer). So sind wir ,Kirche Gottes und der Welt’.“

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Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 12.01.2015



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