Welche Bedeutung hat ehrenamtliches Engagement für die Demokratie – und wo braucht es hauptamtliche Unterstützung? Darüber sprachen die Gäste des 27. Politischen Nachtgebets der Evangelischen Kirche am Dienstagabend, 22. September, in der Lutherkirche. Die Veranstaltung fand zum dritten Mal im Rahmen der Oberhausener Demokratiewoche statt.
Pfarrer Andreas Loos führte durch den Abend und moderierte das Podiumsgespräch. Zum Auftakt hielt Prof. Dr. Andrea Walter von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung eine Keynote. Sie betonte, wie wichtig Orte seien, an denen Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und Lebenswelten zusammenkommen. Dort entstehe gesellschaftlicher Zusammenhalt, und demokratische Prinzipien würden im Alltag gelebt. Das Ehrenamt in Deutschland beschrieb sie als weiterhin stabil.
Nicole Peters-Bokelmann vom Ambulanten Hospiz Oberhausen berichtete anschließend von den Erfahrungen in der Hospizarbeit: „Unsere Arbeit wäre ohne Ehrenamtliche nicht denkbar; zugleich veränderten sich die Erwartungen an ein Engagement. Viele Menschen wünschten sich einen niedrigschwelligen Einstieg. Gerade in der Sterbebegleitung brauche es jedoch eine sorgfältige Qualifizierung.“ In diesem Jahr habe erstmals kein Qualifizierungskurs stattfinden können. Zu den Engagierten gehörten Studierende, Berufstätige und Menschen im Ruhestand, aber auch Pflegekräfte, die Menschen in dieser Lebenssituation auf andere Weise begegnen möchten.
Melanie Gehrke-Marolt, Theologin und Seelsorgerin im Kirchenkreis Oberhausen, sprach über das Verhältnis von Haupt- und Ehrenamt. Ehrenamt könne hauptamtliche Arbeit nicht ersetzen, wohl aber Aufgaben mittragen. „Der Kirchenkreis wird in den kommenden Jahren Menschen dafür qualifizieren, sich ehrenamtlich zu engagieren. Seelsorge beginnt mit der Entwicklung einer entsprechenden Haltung.“
Nach der Podiumsrunde beteiligte sich das Publikum mit Fragen, unter anderem zu Anlaufstellen für ehrenamtliches Engagement in Oberhausen.
Sebastian Dey gestaltete den Abend musikalisch an der Gitarre.