Wuppertal/Düsseldorf/Daressalam. Ein neues Zuhause für die internationale kirchliche Zusammenarbeit: Am 23. Oktober wurde in Daressalam (Tansania) der Grundstein für den neuen Campus der Vereinten Evangelischen Mission (VEM, englisch: UEM) gelegt. Unter dem Namen „New Home for UEM Africa Region“ entsteht ein ökologisch nachhaltiges Zentrum, das Arbeit, Begegnung, Gottesdienst und Bildung miteinander verbindet. Mit einer Spendenkampagne sammelten die Evangelische Kirche im Rheinland und die VEM 50.000 Euro für klimagerechte Baumaßnahmen und die ökologische Ausstattung des neuen Campus.
Der Moderator der VEM, Bischof Dr. Abednego Keshomshahara, und Generalsekretär Pfarrer Dr. Andar Parlindungan sowie weitere Vertreter*innen der afrikanischen VEM-Region nahmen an der Grundsteinlegung teil. Der Campus im Stadtteil Kigamboni verbindet moderne Technologien mit traditioneller afrikanischer Bauweise und ist ein Beispiel für nachhaltiges kirchliches Bauen in Ostafrika.
Energiekonzept nutzt natürliche Ressourcen vor Ort
Geplant sind ein Bürogebäude mit flexiblen Arbeitsstationen, eine multifunktionale Kirche für Gottesdienste, Konzerte, Versammlungen und Bildungsveranstaltungen sowie ein Gästehaus mit Apartments. Ein ökologisches Energiekonzept soll die natürlichen Ressourcen der ostafrikanischen Küstenstadt optimal nutzen: Solaranlagen sichern die Stromversorgung. Lehmwände und Fassadenbegrünung tragen zur Kühlung der Innenräume bei. Eine Regenwasseraufbereitung ist für die Bewässerung der Gärten und begrünten Flächen vorgesehen. Entworfen wurde der Campus von einem tansanischen Architekturbüro. Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Die Bauzeit ist auf 18 Monate angesetzt. Neben seiner Funktion als kirchliches Arbeits- und Begegnungszentrum soll das Gelände auch Einnahmen erwirtschaften: Ein Restaurant, das Gästehaus und die Bewirtschaftung von Parkflächen sollen dazu beitragen, die laufenden Kosten teilweise zu decken.
Spendenaufruf startete auf der Landessynode 2024
Unter dem Motto „Green Solidarity“ starteten die rheinische Kirche und die VEM auf der Landessynode 2024 einen gemeinsamen Spendenaufruf für die klimagerechte Ausstattung des Campus. Das Spendenziel von 50.000 Euro ist inzwischen erreicht. Initiiert wurde die Kampagne von Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen. Sie begleitet das Bauvorhaben als Mitglied der rheinischen Kirchenleitung und des internationalen Aufsichtsrats der VEM. „Ich bin begeistert, dass es gelungen ist, das Spendenziel für die ökologischen Bauteile in Daressalam zu erreichen. Menschen aus unserer Kirche zeigen damit ihre Solidarität und Geschwisterlichkeit in der Klimakatastrophe. Den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung können wir nur global lösen und dazu leisten die Spenden aus dem Rheinland einen wichtigen Beitrag. Ich weiß von Kollekten auf Kreissynoden, von Sammlungen bei runden Geburtstagen und von Initiativen in Gemeinden, die mit dem Spendenaufruf das Anliegen ökologischer Solidarität ins Bewusstsein und ins Gebet gebracht haben. Ich danke allen Spender*innen von Herzen!“, sagt Oberkirchenrätin Janssen.
Regionaler Dienst Niederrhein koordinierte die Spendenaktion
Koordiniert wurde die Spendenaktion auf VEM-Seite von dem tansanischen Pfarrer Yoram Karusya vom Regionalen Dienst Niederrhein. Zusammen mit den Kolleg*innen des Regionalen Dienstes stellte er das Projekt bei Pfarrkonventen, Kreissynoden und weiteren Veranstaltungen der rheinischen Kirche vor. „Wir bauen nicht einfach ein Haus, sondern schaffen ein gemeinsames Zuhause für Begegnung, Gebet, Lernen und Handeln – einen Ort, an dem internationale Gemeinschaft gelebt und die Bewahrung der Schöpfung konkret wird. Ich freue mich sehr und bin zutiefst dankbar, dass wir das Spendenziel von 50.000 Euro für Green Solidarity erreicht haben und mit der Grundsteinlegung in Daressalam unsere gemeinsame Vision Gestalt annimmt. Green Solidarity ist ein Zeichen gelebter Hoffnung und gemeinsamer Verantwortung für Gottes Schöpfung“, so Pfarrer Karusya.
Ein gemeinsames Zuhause für die Mission
Die Ost- und Küstendiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania, eine Mitgliedskirche mit Sitz in Daressalam, schenkte der VEM das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück – verbunden mit dem Wunsch, das Land für die gemeinsame Missionsarbeit zu nutzen. Mit dem neuen Campus investiert die internationale Gemeinschaft von Kirchen in einen Ort, der ihre Arbeit in der afrikanischen Region und darüber hinaus langfristig stärken wird. Weitere Informationen über das Bauprojekt gibt es auf der Webseite der VEM.
