Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es den Bauspielplatz als Ferienangebot der Ev. Kirchengemeinde Odenkirchen. Aus Teilnehmenden von einst sind Betreuer geworden.
Schon von ferne hört man Klopfen, Hämmern und fröhliche Rufe. Einmal im Jahr verwandelt sich das Gelände des Gemeindezentrums Geistenbeck der Ev. Kirchengemeinde Odenkirchen in ein Neubaugebiet. Dann entstehen innerhalb von zwei Wochen Traumvillen und Schiffe, Türme und Burgen, Tische, Stühle und Sofas aus einem großen Stapel von Holzpaletten. „Wir bauen eine Schlafcouch“, erklären Sofia und Juna, während sie die letzten Nägel in eine Holzkonstruktion vor der fast fertigen Burg einschlagen. „Dann kann man draußen schlafen und die Sterne sehen.“
Sofia hat schon Erfahrung, Juna ist zum ersten Mal beim Bauspielplatz-Angebot dabei. „Das macht richtig Spaß“, sagt sie strahlend. Die zehnjährige Leonie, die an der Burg weitergebaut hat, macht bereits zum dritten Mal mit. Sie hat auch schon Pläne für die Zukunft. „Nach der Konfirmation möchte ich als Betreuerin mitmachen, so wie jetzt meine Schwester“, erzählt sie.
Das Bauspielplatz-Ferienangebot gibt es seit mehr als zwanzig Jahren in der Ev. Kirchengemeinde Odenkirchen. 40 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren nehmen teil, 17 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sind dabei und als hauptamtliche Kräfte die beiden Jugendleiterinnen Claudia Wilms und Gabi Baaken. Zehn Tage lang sind die Kinder nachmittags auf dem Bauspielplatz, aufgeteilt in vier Gruppen. Nicht immer wird gebaut. „Wir haben immer auch Bastel- und Spielangebote“, erklärt Gabi Baaken. Da werden Käppis bemalt, Buttons gestaltet, kreative Stiftebehälter gebastelt. Es wird gekickert und natürlich gibt es auch einen Imbiss. Am Sonntag findet ein Familiengottesdienst statt, so dass die Produkte und Gebäude auch den Erwachsenen präsentiert werden können. Am Donnerstag der zweiten Woche wird die entstandene Traumstadt wieder abgerissen, nachdem sie noch einmal mit zusätzlicher Dekoration verschönert wurde und eine Jury auch kleine Preise an die Teilnehmenden verteilt hat. Sind die Kinder nicht traurig, wenn ihre Häuser und Schiffe wieder verschwinden? „Nein“, sagt Jugendleiterin Baaken. „Sie wissen ja, dass im nächsten Jahr wieder etwas Neues entstehen kann.“ Und es folgt auf den Abriss ja auch noch ein Höhepunkt des Angebots: die gemeinsame Übernachtung im Gemeindezentrum.
Die lange und erfolgreiche Tradition des Bauspielplatzes führt dazu, dass er für manche zum Familienprojekt wird. Solveig Kames, hauptberuflich Erzieherin in der nahegelegenen Kita, ist die älteste der ehrenamtlichen Betreuerinnen. Ihre Kinder, früher selbst Teilnehmer, sind heute erwachsen und ehrenamtlich auf dem Bauspielplatz aktiv. Solveig Kames liebt die handwerkliche Arbeit mit den Kindern: „Sie können sich hier ausprobieren und haben hinterher ein Endprodukt vorzuzeigen. Das zu begleiten, macht viel Spaß.“