Das kürzlich veranstaltete Sommerfest der Evangelischen Jugend markierte einen wichtigen Meilenstein für die regionale Jugendarbeit. Im Zentrum der Veranstaltung stand das Ziel, die oft isoliert agierenden Gruppen aus Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Jugendverbänden abseits des formellen Alltags zusammenzuführen.
Das Myzel der Jugendarbeit: Sichtbarkeit für das Verborgene
Ein funktionierendes Netzwerk gleicht einem Myzel unter dem Waldboden – oft unsichtbar im Hintergrund, aber absolut lebensnotwendig für das Gedeihen des Ganzen. Das Sommerfest bot die Gelegenheit, diese vielschichtigen Verbindungen an die Oberfläche zu holen. Wie in den Begrüßungsworten deutlich wurde, entstand die Idee aus der Erkenntnis heraus, dass sich die Akteure im Evangelischen Kirchenkreis An Nahe und Glan oft nur auf Freizeiten, in Sitzungen oder bei Fortbildungen begegnen. Das Fest schuf den dringend benötigten Raum, um das gemeinsame Ökosystem auf einer persönlicheren Ebene zu kultivieren.
Einteilung und Aufbruch: Synergien durch Selbstorganisation
Zur Eröffnung wurde ein erstes Stimmungsbild durch ein Einteilungsspiel geschaffen, bei dem sich die Anwesenden physisch in haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aufteilten. Diese klassische Sortierung machte die institutionelle Struktur auf charmante Art sichtbar und gab einen hervorragenden Überblick über die vielfältige Gemeinschaft.
Besonders förderlich für den unkomplizierten Austausch erwies sich im Anschluss das Konzept der gemeinschaftlichen Verantwortung.
„Jeder packt mit an“ – unter diesem Motto wurde bewusst auf Servicepersonal verzichtet.
Das gemeinsame Koordinieren an der „Wunderbar“ oder am Spülmobil fungierte als natürliche Kontaktbörse. Genau bei solchen beiläufigen Tätigkeiten fallen formelle Grenzen, und echte Synergien können wachsen.
Kerngedanken der Eröffnung
Die Begrüßungsreden, unter anderem vom Vorsitzenden des kreissynodalen Jugendausschusses, brachten die Intention des Tages klar auf den Punkt:
- Fokus auf Begegnung: Der Tag stand explizit unter dem Motto des gegenseitigen Wahrnehmens, um vertraute und völlig neue Gesichter aus der Kinder- und Jugendarbeit zu treffen.
- Motivation hinter dem Fest: Es ist essenziell, sich über die üblichen Gremien und Schulungen hinaus auszutauschen, um ein besseres Verständnis für die Arbeit der verschiedenen Instanzen – von den Gemeinden über das Jugendreferat bis hin zu Verbänden – zu entwickeln.
- Kollektiver Einsatz: Der Verzicht auf feste Schichten war eine bewusste Entscheidung, um zu unterstreichen, dass die Jugendarbeit eine gemeinsame Leistung aller Beteiligten ist.
Das Sommerfest hat erfolgreich bewiesen, dass der Wille zum gemeinsamen Gestalten groß ist. Es legte den Grundstein für eine Tradition, die das Wurzelwerk der Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis An Nahe und Glan voraussichtlich im Zweijahresrhythmus auch in Zukunft nachhaltig stärken wird.