Am 25. Juni 2026 fand im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn erstmals der Tag rheinischer Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand statt. Mit dieser neuen Veranstaltung setzte die Evangelische Kirche im Rheinland ein bewusstes Zeichen der Wertschätzung für die Pfarrpersonen, die über viele Jahre Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernommen haben und vielfach auch über den Ruhestand hinaus engagiert bleiben.
Der Tag stand unter dem Leitgedanken, Danke zu sagen, Begegnung zu ermöglichen und gemeinsam über die Zukunft der Ruhestandsarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland nachzudenken.
Dass die Veranstaltung auf großes Interesse stieß, zeigte sich bereits im Vorfeld: Rund 100 Anmeldungen gingen ein. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen mussten zwar einige Teilnehmende kurzfristig absagen, dennoch kamen rund 80 Pfarrpersonen zusammen. Im klimatisierten Gustav-Stresemann-Institut bot sich ausreichend Raum für Begegnungen, Austausch und intensive Gespräche.

Den Auftakt bildete eine Andacht mit Vizepräses Antje Menn. Anschließend gaben mehrere Vorträge Impulse für den weiteren Tag. Landeskirchenrätin Iris Döring informierte über die Möglichkeiten einer Weiterarbeit von Pfarrpersonen im Ruhestand innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dozent Thomas Groll stellte das Projekt der Senior Experts der Evangelischen Kirche von Westfalen vor und eröffnete damit neue Perspektiven für die Einbindung der vielfältigen Kompetenzen erfahrener Ruheständlerinnen und Ruheständler. Präses Dr. Thorsten Latzel richtete den Blick auf die Zukunft der Kirche. Er sprach über die notwendigen Transformationsprozesse und machte Mut, Kirche als lebendige Gemeinschaft zu gestalten, getragen von Menschen, die ihre Begabungen und ihre Freude am Glauben einbringen. Sein Ausblick machte deutlich: Die Kirche bleibt auf dem Weg und gestaltet ihre Zukunft gemeinsam, auch mit den Pfarrpersonen im Ruhestand.

Am Nachmittag boten Workshops Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung der Ruhestandsarbeit zu entwickeln. Dabei wurde deutlich, wie groß das Interesse vieler Kolleginnen und Kollegen ist, sich auch nach dem Eintritt in den Ruhestand weiterhin mit ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Charismen in das kirchliche Leben einzubringen.
Die Rückmeldungen aus den Workshops werden derzeit ausgewertet. Sie sollen dazu beitragen, die Ruhestandsarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland weiterzuentwickeln und den Blick auf die Potenziale der Pfarrpersonen im Ruhestand zu schärfen.
Schon jetzt lässt sich ein wichtiges Fazit ziehen: Die Evangelische Kirche im Rheinland verfügt über einen großen Schatz an Erfahrung, Kompetenz und Engagement. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer möchten sich auch nach dem Eintritt in den Ruhestand weiterhin mit ihren Gaben und Erfahrungen in das kirchliche Leben einbringen. Dieses Potenzial wahrzunehmen, wertzuschätzen und gezielt einzubinden, wird eine wichtige Aufgabe der kommenden Jahre sein.
Mit dem Tag rheinischer Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand hat die Evangelische Kirche im Rheinland ein Format geschaffen, das nach unserem Kenntnisstand in dieser Form einzigartig unter den Landeskirchen ist. Gleichzeitig lebt die Ruhestandsarbeit auch von Initiativen einzelner Kollegen und Kolleginnen. So lädt Otmar Baumberger im Namen des Vorbereitungskreises zur alljährlichen Tagung nach Köln-Bocklemünd am 23. September zu einem Studientag unter dem Titel „Kirche und Populismus“ ein. Alle interessierten Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand sind herzlich eingeladen, auch dieses Angebot wahrzunehmen.
Der Tag rheinischer Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand soll keine einmalige Veranstaltung bleiben. Die Evangelische Kirche im Rheinland wird künftig im jährlichen Wechsel einen landeskirchlichen Tag für Pfarrpersonen im aktiven Dienst und einen Tag für Pfarrpersonen im Ruhestand anbieten. So sollen Begegnung, theologischer Austausch und die Verbundenheit innerhalb der Pfarrschaft dauerhaft gefördert werden.
Darüber hinaus werden die digitalen Möglichkeiten künftig stärker genutzt, um auch zwischen den Präsenzveranstaltungen miteinander im Gespräch zu bleiben, Informationen auszutauschen und neue Formen der Vernetzung zu entwickeln. So wächst Schritt für Schritt eine Ruhestandsarbeit, die Menschen verbindet und die Erfahrungen und Kompetenzen von Pfarrerinnen und Pfarrern im Ruhestand als wertvolle Ressource für die Kirche von heute und morgen versteht.
Pfarrerin Margitta Kruppa – Beauftragte für die Ruhestandsarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland