Die Evangelische Kirche im Rheinland will ab 2035 nur noch Gebäude betreiben, die netto treibhausgasneutral sind und mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Kompensationen sollen zunächst unberücksichtigt bleiben. Grundlage ist die Durchführung einer Gebäudebedarfsplanung auf allen Ebenen. Das hat die Landessynode 2023 mit der Drucksache 24 beschlossen.
Schwerpunkt liegt auf Gebäuden
Der gesamte Gebäudesektor der rheinischen Landeskirche umfasst in etwa 5560 Gebäude und hat mit einem Anteil von rund 85 Prozent der Gesamtemissionen eine Schlüsselfunktion auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität. Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirche werden daher im ersten Schritt aufgefordert, bis 2027 eine Gebäudebedarfsplanung und Finanzprognose zu erstellen, um zu entscheiden, welche Gebäude sie künftig behalten und welche bis 2035 klimagerecht ertüchtigt werden sollen. Hintergründe zu dem Beschluss und Erfahrungsberichte, wie die Gebäudebedarfsplanung aktuell in den zwei Pilotkirchenkreisen Jülich und Köln-Nord umgesetzt wird, finden Sie hier.
Energiecontrolling und Gebäude-Klimasteckbrief als begleitende Hilfsinstrumente
Die jährliche Bilanzierung der anfallenden Treibhausgasemissionen auf allen Ebenen spielt zur Erreichung des Klimaziels eine ganz wesentliche Rolle. Nur so lassen sich der Ist-Zustand sowie der Fortschritt der eigenen Organisation feststellen und man kann zielgerichtet eingreifen. Zu diesem Zweck wurde 2022 ein einheitliches Energiecontrolling auf allen Ebenen eingeführt. Künftig wird der Landessynode zum Prozessfortschritt alle zwei Jahre Bericht erstattet.
Ergänzend zum Energiecontrolling wurde auch beschlossen, dass als Hilfsinstrument für Kirchengemeinden ein Gebäudeklima-Steckbrief eingeführt werden soll, um sich einen schnellen Überblick über den energetischen Zustand der eigenen Gebäude zu verschaffen. Mithilfe von Sofortmaßnahmen wie der Durchführung eines Heizungschecks und der Umstellung auf zertifizierten Ökostrom sollen erste Maßnahmen schnell Wirkung entfalten.
Mobilität und Beschaffung auch in den Blick nehmen
Auch wenn der Schwerpunkt auf den Gebäuden liegt, sollte nicht vernachlässigt werden, dass in den Bereichen Mobilität und Beschaffung auch schädliche Treibhausgasemissionen anfallen. Unter Klimaschutzaspekten sollten diese daher im ganzheitlichen Prozess mitgedacht und durch Maßnahmen adressiert werden. Hintergrundinformationen und mutmachende Beispiele finden Sie u. a. in unserer Leitlinie zur Ökofairen Beschaffung oder in der Handreichung für eine nachhaltigere Mobilität.
Informationen und Materialien
Unterstützungs- und Beratungsangebote bekommen Sie vom Klimaschutzmanagement der Evangelischen Kirche im Rheinland. Alle Informationen zu „Klima.Gerecht.2035“ sind gesammelt auf oeko.ekir.de.