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Christentum und Judentum

Auf dieser Seite werden Informationen, Dokumente, Arbeitsmaterialien und Links zum Arbeitsbereich „Christentum und Judentum/Christlich-jüdischer Dialog“ in der Evangelischen Kirche im Rheinland präsentiert.

Initiative „Aktiv gegen Antisemitismus“

Auf dem Hintergrund des Anstiegs antisemitischer Vorfälle in Deutschland in den letzten Jahren – wie Dokumentationen des Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. belegen – hat die landeskirchliche Fachgruppe „Christlich-Jüdischer Dialog“ Material entwickelt, das zu einem deutlicheren Engagement der Kirchengemeinden und Kirchenkreise gegen Antijudaismus und Antisemitismus anregen möchte. Dieses Material kann man hier heruntergeladen werden. Das Paket umfasst einen Button (Logo) für die Gemeindehomepage oder den Gemeindebrief, ein Dossier mit Vorschlägen für ein Statement bzw. eine Selbstverpflichtung und praktischen Informationen zu hilfreichen Adressen sowie eine mögliche Textvorlage für den Gemeindebrief. Beigegeben ist auch ein Gottesdienstentwurf zum 9. November 2026, den die Fachgruppe als Vorschlag erarbeitet hat. Der Button kann als Aufkleber kostenfrei bestellt werden über die E-Mail-Adresse: service.oekumene@ekir.de (bitte mit Angabe der gewünschten Menge und der Lieferadresse).

Bausteine zum Israelsonntag 2026

In der Arbeitshilfe zum Israelsonntag 2026 finden sich Materialien zum Predigttext des Israelsonntags am 9. August 2026: Römer 11,25-32. Neben Textanalysen und Auslegungen von Prof. Magdalene L. Frettlöh und Prof. Susanne Talabardon werden ein jüdisch-christliches Dialoggespräch von Rabbinerin Talia Avnon-Benveniste und Pfarrerin Dr. Milena M. Hasselmann sowie ein Gottesdienstentwurf von Pfarrerin Dr. Christina Risch dargeboten. Als Ergänzung ist die Ansprache, die Rabbiner Dr. Alexander Grodensky anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der „Lutherischen Europäischen Kommission Kirche und Judentum“ (LEKKJ) in Straßburg gehalten hat, sowie ein kurzer Artikel zu der Broschüre „… und jetzt? Leitlinien der evangelischen und katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen zum Umgang mit antijüdischen Bildwerken in und an Kirchenräumen“ von Pfarrer Wolfgang Hüllstrung beigefügt.

Stellungnahme und Gebete zum 7. Oktober 2025

Die EKD-Ratsvorsitzende hat gemeinsam mit den Leitenden Geistlichen sämtlicher Landeskirchen eine Stellungnahme zum Gedenken der Opfer des 7. Oktober abgegeben. Darin heißt es: „Heute, zwei Jahre später, ist die Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten von Gewalt und Zerstörung geprägt: durch die fortgesetzte Gefangenschaft israelischer Geiseln und andauernde Angriffe auf Israel, durch den Gaza-Krieg mit Zehntausenden zivilen Opfern und die Zerstörung der Lebensgrundlage im Gazastreifen. Die Traumatisierung und das Leid der israelischen wie auch der palästinensischen Bevölkerung prägen die Gegenwart.“ Trotz der aktuellen Anzeichen für ein Waffenstillstandsabkommen, das die Freilassung aller verbliebener Geiseln und die Entwaffnung der verschiedenen terroristischen Organisationen in Gaza impliziert, braucht es weiterhin Gebete für Frieden und Fürbitten für die Menschen im Nahen Osten. In diesem Sinne empfehlen wir den Gemeinden und Einrichtungen, die Vorlage für ein ökumenisches Friedensgebet am 7. Oktober (oder im Umfeld des 7. Oktober). Ergänzend weisen wir auf das Fürbittgebet der Evangelischen Kirche in Deutschland zum 7. Oktober (von 2024) sowie auf das „Gebet um Frieden im Nahen Osten“ hin, das die Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Kirchenpräsidentin Christiane Tietz, zum 7. Oktober 2025 verfasst hat. Auch die Kirchentag-AG Jüdisch & Christlich hat eine Handreichung zur Gestaltung von liturgischen Elementen anlässlich des 7. Oktober 2025 veröffentlicht.

Stellungnahmen zur aktuellen Lage im Nahen Osten von 2025 und 2024

Aus Anlass der am 25. Juni 2025 veröffentlichten Verlautbarung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland eine Erklärung mit dem Titel „In großer Sorge um die Menschen im Nahen Osten“ veröffentlicht. Die rheinische Kirche nehme „mit Entsetzen die katastrophale humanitäre Lage in Gaza wahr“, heißt es in der Erklärung, in der sich die Evangelische Kirche im Rheinland hinter die Forderungen anderer Kirchen stellt, dass schnell und ausreichend Nahrung, sauberes Trinkwasser und medizinischeHilfsgüter zu den notleidenden Menschen gelangen müsse. Zur Verlautbarung des Zentralkomitees des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zu Israel und Palästina wird gesagt: „Wir begrüßen die Bekräftigung des ÖRK, gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus einzutreten. Die ÖRK-Erklärung stellt jedoch die Situation im Nahen Osten verkürzt und undifferenziert dar“, da sie die massiven Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen der Hamas, die existenzielle Bedrohung Israels und die Aktivitäten autonomer palästinensischer Milizen in den Flüchtlingslagern verschweige. Zugleich bekräftigt die rheinische Kirche die Forderung nach einer Zweistaatenlösung sowie einem Ende des Siedlungsbaus und der Besatzung der Westbank. In ähnlicher Weise hat sich die rheinische Kirche bereits 2024 sowohl in einem Infobrief an die Mitarbeitenden (Juli 2024) als auch in der Erklärung der Landessynode (Januar 2024) geäußert. Grundlegend für die Haltung der rheinischen Kirche zum Nahostkonflikt ist das Positionspapier „Israel – Palästina. Leitgedanken und erläuternde Thesen“ von 2021 sowie die Erklärung der Landessynode 2016.

Leitlinien zum Umgang mit antijüdischen Bildwerken

Die drei Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben zusammen mit den fünf Bistümer Leitlinien zum Umgang mit antijüdischen Bildwerken in und an Kirchen entwickelt. Diese Publikation versteht sich als Hilfestellung und Beratung für die Verantwortlichen in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und kirchlichen Einrichtungen, antijüdische Darstellungen wahrzunehmen, zu analysieren und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Nach grundlegenden Ausführungen zu antijüdischen Inhalten und der Bedeutung von Bildern sowie einer Einordnung der theologischen Erneuerung des christlich-jüdischen Verhältnisses folgen Beispiele von antijüdischen Motiven in Geschichte und Kunstgeschichte. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten des kritischen Umgangs am Ort sowie die Möglichkeiten der Auseinandersetzung in der Gemeinde vorgestellt.

Landessynode 2024 verabschiedet Erklärung  „Gegen Antisemitismus. Für Gerechtigkeit und Frieden in Israel und Palästina“

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland verurteilt den wachsenden Antisemitismus und sieht Christinnen und Christen in der Pflicht, entschlossen an der Seite von Jüdinnen und Juden zu stehen. „Antisemitismus ist Gotteslästerung und mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar“, heißt es in dem Beschluss „Gegen Antisemitismus. Für Gerechtigkeit und Frieden in Israel und Palästina“, der auf der Sitzung der Landessynode am Freitag einstimmig verabschiedet wurde. Die rheinischen Synodalen seien mit ihren Gebeten bei den Überlebenden, den Angehörigen sowie den Kindern, Frauen und Männern, die noch immer als Geiseln verschleppt sind. „Als Evangelische Kirche im Rheinland treten wir ein für die Sicherheit des Staates Israels. Schon lange nicht mehr waren die akuten Gefährdungen der Existenz des Staates Israel so deutlich sichtbar wie jetzt.“ Man sehe den Schmerz und das unfassbare Leid in der israelischen Gesellschaft wie auch in der palästinensischen Gesellschaft und trauere um alle Opfer des durch die Hamas ausgelösten Krieges in Gaza. Die Landessynode begrüßt, dass sich die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Partnern weiter für die Perspektive einer Zwei-Staaten-Lösung einsetzt. Im Zusammenhang mit dem Landessynodenbeschluss hat Dr. Wibke Janssen, Leiterin der Abteilung 1 Theologie und Ökumene, auch einen Brief an die Mitglieder der Presbyteriuen und Kreissynodalvorstände der Evangelischen Kirche im Rheinland geschrieben, der hier zu finden ist.

40-jähriges Bestehen des Synodalbeschlusses von 1980

Fast 2000 Jahre lang definiert sich Kirche gegenüber dem Judentum als vermeintliche Negativfolie. Erst langsam kommt es nach 1945 zu ersten Ansätzen der Erneuerung des Verhältnisses zu Jüdinnen und Juden, sowie zur wachsenden Einsicht in christliche Mitverantwortung und Schuld auch am Holocaust. 1980 bekennt sich die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland zum niemals gekündigten Bund Gottes mit seinem Volk Israel. In Konsequenz ändert sie im Jahr 1996 den Grundartikels ihrer Kirchenordnung. Das 40-jährige Bestehen des Synodalbeschlusses sollte 2020 eigentlich mit einem Symposium gefeiert werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Festlichkeiten ausfallen. Stattdessen ist aber ein Sammelband entstanden, zu dem fast alle geplanten Referentinnen und Referenten Aufsätze beigetragen haben. Der Sammelband „,Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich‘ – Gegenwärtige Perspektiven zum rheinischen Synodalbeschluss ,Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden‘ von 1980“ (ISBN 978-3-374-06932-3) wird von Wolfgang Hüllstrung und Hermut Löhr herausgegeben und ist in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen. Der Band hat 428 Seiten und kostet 48 Euro. Ein Interview zum Sammelband mit Wolfgang Hüllstrung gibt es hier.

Leitgedanken und Thesen zu Israel-Palästina

Die fünf Landeskirchen „an Rhein und Ruhr“ (Baden, Hessen und Nassau, Pfalz, Rheinland sowie Westfalen) haben im November 2021 ein Positionspapier mit Leitgedanken und Thesen zu „Israel-Palästina“ veröffentlicht, das auch in englischer Sprache verfügbar ist. Das Papier ist das Ergebnis eines intensiven Konsultationsprozesses zwischen der Evangelischen Kirche in Baden, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Protestantischen Kirche der Pfalz, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen, der der Vorbereitung auf die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) 2022 in Karlsruhe diente mit dem Ziel, Impulse für das Gespräch mit den Kirchen der Ökumene über die Israel-Palästina-Thematik zu geben. Zwischenzeitlich haben sich auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Evangelisch-Reformierte Kirche die Leitgedanken zu eigen gemacht.

Christlich-jüdischer Dialog in der rheinischen Kirche

Die Erneuerung des Verhältnisses zum Judentum und die Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs gehören zu den grundlegenden Aufgaben der Evangelischen Kirche im Rheinland. In der Kirchenordnung heißt es: Die rheinische Kirche „bezeugt die Treue Gottes, der an der Erwählung seines Volkes Israel festhält“ und sie „fördert das christlich-jüdische Gespräch“. Ihrer Verantwortung für die Gestaltung des christlich-jüdischen Verhältnisses kommt die rheinische Kirche in ihrer theologischen Reflexion, ihrer gottesdienstlichen Praxis, ihrer kirchlichen Erziehung und Bildung sowie in ihrem gesellschaftspolitischen Engagement nach. Der Erfüllung dieser Aufgabe dienen insbesondere die Synodalbeauftragten für das christlich-jüdische Gespräch in den Kirchenkreisen, die Fachgruppe „Christlich-Jüdischer Dialog“ sowie der Dezernent für christlich-jüdischen Dialog in der Abteilung 1 Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt.

Christlich-jüdischer Dialog: Kontakte

Mit dem christlich-jüdischen Dialog in der Evangelischen Kirche im Rheinland sind in besonderer Weise folgende Personen und Gremien beauftragt:

  • die Synodalbeauftragten für das christlich-jüdische Gespräch der Kirchenkreise
  • die Fachgruppe „Christlich-Jüdischer Dialog“, die dem Ständigen Theologischen Ausschuss zugeordnet ist
  • das Dezernat 1.2 „Ökumene“ innerhalb der Abteilung 1 „Theologie und Ökumene“

Weitere Informationen gibt es bei:

Kirchenrat Pfarrer Wolfgang Hüllstrung
Dezernent für Theologie und Ökumene, landeskirchlicher Beauftragter für die christlich-jüdischen Beziehungen und die Israel-Palästina-Arbeit
Telefon 0211-4562394
E-Mail: wolfgang.huellstrung@ekir.de

Christina Nahnsen
Sachbearbeiterin
Telefon 0211-4562325
E-Mail christina.nahnsen@ekir.de

Marcel Schmitt
Assistenz
Telefon 0211-4562399
E-Mail marcel.schmitt@ekir.de

 

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