Mitarbeitende in Verkündigung, Seelsorge und Bildungsarbeit
In der Evangelischen Kirche im Rheinland sind etwa 1.700 Mitarbeitende im gemeindepädagogisch-diakonischen Bereich beschäftigt. Sie arbeiten in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und landeskirchlichen Einrichtungen. Sie führen häufig eine Funktionsbezeichnung, z.B. Jugendleiter*in, Jugendreferent*in, Erwachsenenbildungsreferent*in.
Die Arbeitsgebiete sind vielfältig:
- Allgemeine Gemeindearbeit
- Arbeit mit Geflüchteten
- Arbeit mit Konfirmand*innen
- Arbeit mit Senior*innen
- Besuchsdienste
- Durchführung von Freizeiten
- Erwachsenenbildung
- Freiwilligen-Management
- Gemeinsames Pastorales Amt
- Inklusive Arbeit
- Kinder- und Jugendarbeit
- „Offene Tür“
- Diversität und Vielfalt
- Seelsorge und Verkündigung
Die Berufsgruppe 1.1 zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine pädagogische Qualifikation hat, was meist ein ganzes Spektrum an Kenntnissen mit sich bringt. Die Berufsgruppe bildet aus, unterstützt, organisiert und denkt Prozesse weiter. Sie begleitet Ehrenamtliche, entwickelt Projekte, arbeitet kultur- oder erlebnispädagogisch und hat ein offenes Ohr für die Lebenslagen der Menschen. Sie gestaltet kreative Andachten und Gottesdienste und begeistert mit Freizeiten und besonderen Events.
Der Beruf entwickelt sich stetig weiter – genau wie die Kirche und die Gesellschaft. Es geht nicht darum, was immer so war, sondern darum, was jetzt wichtig ist. Und dafür braucht es viele verschieden Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Personen der Berufsgruppe 1.1 sind Spezialist*innen in vielen Bereichen. Diese Spezialisierungen richten sich entweder nach Zielgruppen (z.B. Jugendlichen, Familien oder Senior*innen), nach sozialen Räumen (z.B. Stadtteile mit sozialen Spannungen oder besonderen Bedarfen) oder nach konkreten Themen (z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising oder entwicklungspolitische Bildung). Letztlich prägen aber drei Aufgabenfelder den Beruf: „Bilden. Verkündigen. Unterstützen“.
Bilden: Die Gestaltung von Bildungsprozessen – an Schulen, Hochschulen oder in der Fortbildung genauso wie in Kirchengemeinden, der Diakonie oder im Sozialraum (z.B. Konzeption der Konfiarbeit im Kirchenkreis).
Verkündigen: Den Glauben ins Gespräch bringen – in Andachten, Hauskreisen, Jugendangeboten, Schulen oder bei besonderen Gottesdiensten. Die Verkündigung ist nah an den Menschen und ihrer Lebenswelt (z.B. Andachten in den Altenheimen der Gemeinde oder Verantwortung zielgruppenbezogener Gottesdienste).
Unterstützen: Da sein, wo Menschen Hilfe brauchen – in der Tafelarbeit, im Besuchsdienst, in Initiativen für Arbeitslose, in Projekten mit und für Menschen mit Behinderung oder bei diakonischen Angeboten im Stadtteil (z.B. Leitung des Sozialen Ladens der Kirchengemeinde oder Zuständigkeit für einen Jugendtreff mit warmer Mahlzeit).
Die Berufsgruppe bewegt sich oft in mehreren Arbeitsfeldern gleichzeitig. Das macht den Beruf so spannend – und so wirksam. Ein Beispiel: Wenn eine Person in der Jugendarbeit tätig ist (Zielgruppe), arbeitet sie vielleicht in einem sozialen Brennpunkt (Sozialraum), organisiert einen Mittagstisch (Unterstützen) und gestaltet dazu passende Jugendgottesdienste (Verkündigen). Diese Vielfalt ermöglicht es, ganz nah an den Lebensrealitäten der Menschen zu arbeiten und Kirche konkret erlebbar zu machen. Gleichzeitig braucht es eine fundierte Ausbildung mit soziologischen, psychologischen, pädagogischen, diakoniewissenschaftlichen und theologischen Anteilen. (vgl. https://www.beruf-trifft-kirche.de/berufe/diakonin/beruf)
Ausbildungsabschlüsse
Es gibt viele verschiedene pädagogische Abschlüsse, die für das gemeindepädagogische Arbeitsfeld qualifizieren, sowohl staatliche pädagogische Abschlüsse als auch kirchliche gemeindepädagogische Abschlüsse. Eine genaue Übersicht über die verschiedenen Zugänge finden Sie hier.
- Johanna Sauerbier
- Referentin für Mitarbeitende in Verkündigung, Seelsorge und Bildungsarbeit (Dezernat 2.2 Personalentwicklung)
- gemeindepaedagogik@ekir.de