Zum Umgang mit der Corona-Pandemie in Deutschland aus sozialethischer Sicht

Gegenwärtig warnen sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene Virologinnen und Virologen vor einem weiteren, ggf. drastischen Ansteigen der Infektionen und raten zu einem sorgsamen sozialen Verhalten sowie zu eindeutigen politischen Maßnahmen, eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Der Virus hat enorme Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und gesellschaftliche Subsysteme. Es ist nicht absehbar, wann und ob überhaupt wirksame Medikamente und Impfstoffe gefunden werden, die eine Rückkehr zu einem „normalen“ Leben ermöglichen.

Zugleich werden Stimmen lauter, die in Frage stellen, ob ein einfaches „Zurück“ überhaupt angestrebt werden sollte oder ob die Krise nicht Anlass für ein gründliches gesellschaftliches Umdenken und politischen Umsteuern in vielen Politikfeldern sein muss.

Im internationalen Vergleich ist Deutschland bisher sowohl von der Anzahl der Erkrankten, von der Anzahl der Verstorbenen, von der gesundheitlichen Versorgung wie auch vom wirtschaftlichen Handeln und der finanziellen wie sozialen Abfederung durch staatliche Interventionen erfreulich gut durch diese Krise gekommen. Bei allen Schwächen im Detail hat sich die demokratische Ordnung mit ihren föderalen Elementen, die sozial ausgestaltete Marktwirtschaft, eine vielfältige Trägerlandschaft im sozialstaatlichen Gefüge sowie die Berichterstattung in einer breit aufgestellten Medienlandschaft in der Pandemie bewährt.

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