6.3 Was ist eigentlich Kapitalflussplanung?

In der Kapitalflussplanung findet sich die Darstellung, welche liquiden Mittel in der Körperschaft eingehen und welche verbraucht werden. Die Kapitalflussplanung ist damit ein wichtiges Instrument zur Planung und Sicherung der Liquidität.

Kapitalflussplanung als Simulation der Liquiditätsentwicklung

In der Welt der Unternehmen ist es nicht selten, dass Unternehmen in Schieflage geraten, weil die Mittel für die Auszahlung von Investitionen nicht ausreichen.

Dieses Phänomen kann natürlich auch in einer kirchlichen Körperschaft vorkommen, sofern sie keiner Kassengemeinschaft angehört. Liquidität findet sich in der Bilanz zum Beispiel in den Finanzanlagen, Forderungen an die Kassengemeinschaft, auf Bankkonten oder in Barkassen. Mit der Kapitalflussplanung soll sichergestellt werden, dass jederzeit ausreichende Zahlungsmittel für die Auszahlung von fälligen Verbindlichkeiten zur Verfügung steht. Dies ist bei der Planung von mehrjährigen Investitionsvorhaben von besonderer Bedeutung.

 

Praxistipp

In der Regel steht nicht die volle Summe der Liquidität zur Verfügung. Neben einer Reserve sind Teile der Liquidität durch zweckgebundene Zuwendungen (wie Sonderposten) oder andere kurzfristige Verbindlichkeiten gebunden. Zur Ermittlung der frei verfügbaren Mittel (zum Beispiel als Eigenmittel für Investitionen) steht die gemeinsame Verwaltung gern zur Verfügung.

 

Beispiel

Sobald ein Friedhofsgebührenbescheid erstellt wird, werden die Friedhofsgebühren als Ertrag gebucht als auch eine Forderung an den Empfänger. Eine Forderung in der Bilanz nützt für die Bezahlung von Gehältern aber wenig, wenn sie vom Schuldner oder der Schuldnerin nicht beglichen wird. Daher ist es von großer Bedeutung, Investitionen – und den damit verbundenen Kapitalfluss – so zu planen, dass stets Geld zur Verfügung steht, um fortlaufenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Kapitalflussplanung als Teil des Haushalts

In der Ergebnisrechnung werden nicht alle Sachverhalte des Rechnungswesens dargestellt. So sind zum Beispiel Darlehensaufnahmen, Ausgaben für Investitionen oder Tilgungszahlungen nur in der Kapitalflussplanung dargestellt.

Die Kapitalflussplanung ist also auch eine Ermächtigungsgrundlage für die mit der Haushaltsausführung beauftragten Personen, nämlich für die oben genannten Sachverhalte, die sich nicht in der Ergebnisrechnung befinden.

  • ekir.de
  • Yury Shchipakin / Fotolia

Weitere Artikel aus Kapitel 6, Handbuch WiVO