5.17 Wie beginnt ein Bauprojekt?

Wenn Kirchengemeinden bauen, ist dies an vielen Stellen nicht vergleichbar mit einem privaten Bauprojekt. Durch die notwendige Einbindung von Entscheidungsgremien sind manche Wege komplexer und dadurch auch oft langsamer. Gerade die beteiligten Externen wie Architektinnen und Architekten müssen sich auf diese veränderten Rahmenbedingungen einstellen.

Wichtigste Voraussetzung für ein gutes Gelingen gerade umfangreicherer Baumaßnahmen ist es, dass die Aufgabenstellung für die Planer klar ist. Hierzu ist es unerlässlich, dass sich Bauausschuss und Presbyterium auf eine schriftliche Formulierung der Aufgabenstellung verständigen und allen Beteiligten das zur Verfügung stehende Budget bekannt ist. So werden im Bauablauf Missverständnisse vermieden, die oft eine Kostensteigerung verursachen.

Planungsphase 0: Die Grundlagen jedes Projekts

Die Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) beschreiben die Aufgaben der Planerinnen und Planer während des Bauprozesses. Hier geht es von der Phase 1, der Grundlagenermittlung, bis zur Phase 9, der Dokumentation. Aber bereits im Vorfeld ist die oben beschriebene Aufgabenstellung durch den Bauherrn, also die Gemeinde, zu entwickeln. Deshalb wird diese Phase oft als Leistungsphase 0 bezeichnet. Hier sollte besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, dass ohne Zeitdruck abschließend und einmütig erarbeitet wird, welche Aufgabe den Planern gestellt werden soll. Dies kann zum Beispiel ein Raumprogramm sein, welches auf das Budget abgestimmt ist und am besten keinen Quadratmeter zu viel planen lässt. Sinnvoll ist ein Presbyteriumsbeschluss, der dieses Ergebnis festhält. Damit diese Phase nicht von den möglichen Honorarinteressen externer Planer bestimmt wird, ist hier die Bauberatung von Kirchenkreis und Landeskirche (www.bauberatung.ekir.de) frühzeitig einzubeziehen. So wird auch sichergestellt, dass die oft notwendige Beteiligung von Denkmalbehörden oder anderen Fachämtern zum richtigen Zeitpunkt geschieht und Alternativen ergebnisoffen diskutiert werden können.

Eine solide Bearbeitung der Planungsphase 0 ist auch eine gute Vorbereitung für die Auslobung eines Architekturwettbewerbes.

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