Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch. In einer Gesellschaft, in der der christliche Glaube eine immer geringe Rolle spielt und die finanziellen und personellen Ressourcen der Kirchen schwinden, wird die Überwindung der Spaltung der Kirche immer wichtiger.
Im Reformationsjubiläumsjahr 2017 hat die Evangelische Kirche im Rheinland mit fast allen römisch-katholischen Bistümern auf ihrem Gebiet ökumenische Vereinbarungen, Erklärungen oder Briefe an die Gemeinden verfasst, vergleiche https://www2.ekir.de/thema/oekumene. In ihnen wird zu mehr gemeinsamem Zeugnis und Engagement aufgerufen. Ganz konkret wird zum Abschluss von Gemeindepartnerschaften und zur gemeinsamen Nutzung von Gebäuden ermutigt. Ökumenisch genutzte Kirchen und Gemeindezentren sind also von den Kirchenleitungen gewollt.
Vielerorts müssen aus finanziellen Gründen Gemeindezentren und Kirchen aufgegeben werden – das betrifft dann beide Konfessionen. Gebäude gemeinsam mit Leben zu füllen, bedeutet nicht nur, Geld zu sparen, sondern auch, ökumenische Wohngemeinschaften zu bilden, in denen sich Christinnen und Christen verschiedener Bekenntnisse begegnen und noch vorhandene Unterschiede in der Lehre nicht länger trennend sind.
Zur ersten Orientierung sind folgende Gesichtspunkte wichtig:
- Die Initiative zu ökumenischen Gemeindezentren muss von unten, von den Gemeinden vor Ort kommen.
- Die Voraussetzungen sind von Ort zu Ort unterschiedlich: Mal möchte eine evangelische Gemeinde in einem bisher „nur“ katholischen Gemeindezentrum unterkommen, mal sucht die katholische Pfarrgemeinde eine neue Heimat, mal wollen beide Gemeinden ein neu zu bauendes Gebäude gemeinsam nutzen.
- Die gemeinsame Nutzung von Gebäuden setzt eine langjährige, vertrauensvolle Ökumene voraus; sie steht nicht am Anfang der Zusammenarbeit.
- Auch gemeinsam genutzt, müssen tote Steine mit Leben erfüllt werden. Von Anfang an sollte es daher auch um das spirituell-gottesdienstliche und das diakonisch-caritative Miteinander gehen.
- Auch gemeinsam genutzte Gebäude stehen in einem Stadtteil. Von Anfang sollte daher auch überlegt werden, wie ein ökumenisches Zentrum in sein Umfeld wirken kann: Wer muss informiert werden? Wer könnte beteiligt werden? Wen soll das gemeinsame, christliche Zeugnis erreichen?
- Ein Gebäude gemeinsam zu nutzen, erfordert eine gute Vorbereitung und Zeit. Zahlreiche finanzielle, rechtliche, organisatorische und liturgische Details müssen geklärt werden. Klare Absprachen sind kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Weitsicht und gegenseitigem Verständnis.
- Von Seiten der Landeskirche stehen Ihnen die Bauberatung, das Kirchenkreisdezernat und das Ökumenedezernat zur Beratung zur Verfügung. Katholischerseits bedarf die gemeinsame Nutzung der Genehmigung durch das Bistum.
Es gibt bereits gute Erfahrungen. Wir beraten Sie gerne und bringen Sie mit Gemeinden in Kontakt, die bereits eine ökumenische Wohngemeinschaft bilden.